Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

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Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

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Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

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Idylle pur – Wandern im Duftgarten Speik

Uriges Bergdorf mit Kirche

nock/art Bad Kleinkirchheim

Wandern im Duftgarten Speik

Nichts wie weg aus der Hitze und dem Stress der Stadt. Ich fahre dorthin, wo die Luft angenehm und klar ist, die grüne Landschaft beruhigend auf mich wirkt. Dorthin, wo Natur pur und atemberaubende Ausblicke warten. Ich freue mich bereits riesig auf die Speikwanderung im Biospärenpark Nockberge.

Nach der Anfahrt  von Bad Kleinkirchheim in den hochgelegenen und romantischen Ort St. Oswald (1319 Meter Seehöhe) erreiche ich mit meinem Auto die Brunnachbahn.
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Nationalparkbahn Brunnach
© Ute Zaworka / Aufstiegshilfe: Mit der Kabinenbahn geht es auf knapp 1900 Meter Seehöhe
Eine Kabinenbahn, die im Sommer die Wanderer und im Winter die Skifahrer und Snowboarder von 1329 auf 1908 Meter Höhe bringt.

Ideales Wanderwetter steigert meine Vorfreude aufs Naturerlebnis.

Mit der Kabinenbahn ist die Brunnachalm schnell erreicht. Was für ein Panorama. Mein Blick schweift über die typisch grünen und sanft gerundeten Bergkuppen – die sogenannten „Nocken“, die der Region den Namen geben.
Der spezielle Gesteinsaufbau und die Abwitterung sind für die Form verantwortlich, die Farbe liefern nicht nur Bäume und Almwiesen sondern auch teils tiefgrüne Flechten. Durch Bewirtschaftung sind die meisten Gipfel und Grade bewaldet, was über die Jahre die Baumgrenze hat sinken lassen.

Die Folge davon: die Entwicklung einer enormen Pflanzen- und Tiervielfalt.
Blick über die Nockberge
© Ute Zaworka / Soweit das Auge reicht nur grüne Nocken. Der spezielle Gesteinsaufbau und die Witterung sorgen dafür, dass die Berge ihre rundliche Form haben.
Bevor man den Speik sieht, ist bereits sein unverwechselbarer Geruch zu vernehmen.
Speikpflanze
© Ute Zaworka / Die Speikpflanze wird zwischen fünf und 15 Zentimeter groß
Doch es ist nicht nur der Geruch, der den Speik so besonders macht. Das seltene Baldriangewächs hat je nach Bedarf eine anregende und beruhigende Wirkung und kommt bis auf wenige Ausnahmen nur in den Gurktaler Alpen und vor allem in den Nockbergen vor. Bereits vor mehr als 1000 Jahren wurden die getrockneten Wurzeln als Räuchermittel und ätherisches Öl bis in den Orient verkauft.
Seit 1936 steht der Speik unter Naturschutz, seit 1986 darf er nur mehr kontrolliert und an ausgewiesenen Stellen von zwei Bauern aus dem nahegelegenen Saureggen geerntet werden. Verarbeitet werden die getrockneten Wurzeln (maximal 20 Kilo pro Jahr) übrigens vom Stuttgarter Naturkosmetik-Hersteller Rau. Und warum das nicht in der Region passiert? Der Grundstein für diese über Jahrzehnte dauernde Zusammenarbeit wurde bereits im ersten Weltkrieg gelegt, als sich die Wege eines Bauern aus den Nockbergen mit jenen des Firmengründers Walter Rau kreuzten.

 

Speik und noch viel mehr

Doch der Speik ist bei weitem nicht die einzige Pflanze, die wir auf unserer Wanderung zum 2226 Meter hohen Mallnock und zur im Tal liegenden Falkerthütte kennenlernen.
Die Zirbe gilt als weitere Besonderheit der Region. Das Holz des Nadelbaums hat einen besonders positiven Einfluss auf das vegetative Nervensystem. Kein Wunder, dass es im Möbelbau (wieder) verstärkt zum Einsatz kommt. Bei den Vermietern der Region gibt es sogar spezielle Zirbenzimmer, in denen man besonders erholsam schläft. Auch für die Zirbenzapfen, die in Kärnten „Zirben-Tschurtschen“ heißen, gibt es eine Verwendung. Sie werden in Korn angesetzt und geben dem Schnaps eine rote Farbe und dem Geschmack eine harzige Note. Wie man Zirben von anderen Nadelbäumen unterscheidet? Ganz einfach - an den fünfteiligen Nadelbüschen.
Der Duft der Pflanze
© Ute Zaworka / Was für ein Duft! Das Holz der Zirbe hat einen positiven Einfluss auf das vegetative Nervensystem

Die Kraft der Natur

Unglaublich, was im Biosphärenpark Nockberge alles wächst und welch verborgene Kräfte in der Natur liegen. Hin und wieder kommt es zu kleineren Verwirrungen mit den Bezeichnungen. „Um die Kultur zu bewahren, sage ich auch immer die lokalen Namen der Pflanzen“. So heißt die Prachtnelke auch „Almnagel“, die Almrose auch „Almrausch“,  die Silberdistel auch „Jägerbrot“,  die Alpenazalee auch „Gemsheide“.  Und dass Flechten nicht nur Futter für Wild sondern auch ein Indikator für gute Luft sind, weiß ich seit der Wanderungen im Duftgarten Speik auch. Wer von der guten Luft und den saftigen Kräutern ebenfalls profitiert, sind die rund 5000 Weidetiere, die im Biospärenpark bis September unterwegs sind. Platz haben sie am rund 500 km2 großen Areal mehr als genug. 
Wanderer beim Gipfelkreuz
© Ute Zaworka / Nach 2 Stunden heißt es „Berg Heil“: der Mallnock (2226 Meter) ist erreicht
Nach rund zwei Stunden, die mir doch ein paar Schweißperlen auf die Stirn getrieben haben, ist der Gipfel des Mallnocks erreicht: „Berg heil!“ Die Luft ist herrlich klar, ein paar dunkle Wolken erscheinen zum Greifen nahe. Was für ein Ausblick: Auf der einen Seite sehen wir bis zum Triglav in Slowenien, auf der anderen bis zum Gletscher der Hohen Tauern, zur Nockalmstraße und zum Königsstuhl. Hinter der einen grünen Nocke, direkt an der Nockalmstraße, versteckt sich das Karlbad, Österreichs ältestes Bauernbad.

Fangfrische Forellen

Mit der Vorfreude auf ein verspätetes Mittagessen geht es hurtig über Almen und Wald rund 1,5 Stunden ins Tal. Vom abwärts gehen beißt’s ein wenig in den Oberschenkeln. Doch die Zeit vergeht wie im Flug – und so ist das Falkerthaus der Familie Gritzner rasch erreicht. Zum Trinken gibt’s „Grant’nwasser“  - also Preiselbeersaft. Und wer will, darf sich sein Essen aus dem hauseigenen Forellenteich holen. Gewürzt nur mit Zitronenmelisse und Salz kommt der fangfrische und knusprig gebratene Fisch nur wenig später auf den Tisch. Einfach köstlich und nur ein Beispiel aus der Kärntner Alpen-Adria Küche!
Die Zeit der Zubereitung wird mit einem erholsamen Fußbad in einem Holzwandel mit frischem Bergwasser und Speicköl überbrückt. Und mit einem kurzen Gespäch mit einem jungen Wanderer am Nebentisch. Er will in den kommenden 35 Tagen am Weitwanderweg Alpe-Adria-Trail, der auch durch die Nockberge führt, über Kärnten und Slowenien bis ans italienische Meer wandern. Fast ein bisschen zu beneiden.
Erfrischendes Fußbad nach der Wanderung
© Ute Zaworka / Was für eine Wohltat: das Speikfußbad in der Falkerthütte macht müde Beine wieder munter. Unterstützung gibt es von Hüttenwirtin Maria Gritzner.
Gut gestärkt entlang des tosenden Wegerbachs geht es in rund einer halben Stunde Fußmarsch zurück zur Talstation der Brunnachbahn. Im Hinterkopf überlege ich mir bereits, wann ich diese Wanderung noch einmal machen werde und wer von meinen Freunden wohl mitgeht. Wobei der Wanderausflug zum Karlbad, ebenfalls ein „Magischer Moment“, wäre auch einen Versuch wert wäre.

Bilder und Text: Ute Zaworka / 12. Juli 2015
Wegweiser zeigen den Wanderern den Weg

Genussvolle Begegnungen mit Kärntens Natur

15 intensive Naturerlebnisse sind als "Magische Momente" kärntenweit buchbar. Diese von speziell ausgebildeten Guides geführten Tagesprogramme eignen sich für Abenteurer und Genießer ebenso wie für Romantiker und Familien. Der Bogen spannt sich von Wildtierbeobachtungen und Baden im ältesten Bauern-Heilbad Österreichs bis hin zu Genussfloßfahrten und dieser im Text beschriebenen Sonnenaufgangswanderung.
 
Zu den Magischen Momenten

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... wo die Almröserln wachs'n und der Enzian blüaht."

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