Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

Berglust auf der Südseite der Alpen Nationalparkregion Hohe Tauern

Heilbaden im Reich der Murmeltiere

Das älteste Bauern-Heilbad Kärntens

In den Nockbergen

Von den sanften Nockbergen ins älteste Bauern-Heilbad Kärntens

Treffpunkt 7.00 Uhr, Ebene Reichenau. Schon die Anfahrt ist ein Traum: Im Morgengrauen fahren wir durch ein verschlafenes Tal. Ein uriges Bauernhaus steht neben dem anderen, über die sanften Hügel fallen die ersten Sonnenstrahlen herein. In der Gemeinde Ebene Reichenau treffen wir die Gruppe, mit der wir heute auf die „Natur aktiv“ - Wanderung aufbrechen, die „Magische Momente“ in Kärntens wunderschöner Natur verspricht.

Eine nette Runde! Stefan, unser sympathischer Biosphärenpark-Ranger, begrüßt uns herzlich, in einem Kleinbus treten wir unsere Reise über die Kärntner Nockalmstraße an. Die 35 km lange Panoramastraße windet sich in 52 „Reidn“ (Kehren) durch den einzigen europäischen Biosphärenpark im sanften Hochgebirge mit dem größten Fichten- und Zirbenbestand der Ostalpen. Wieder sind wir alleine auf der Straße, nur einmal quert eine Herde Kühe. Eine kurze Fahrt durch die dichten Wälder und wir haben die Baumgrenze erreicht: Begeistert verliert sich mein Blick in der märchenhaften Bergwelt der Kärntner Nock´n (sanfte Hügelkuppen), die mit ihrem runden Erscheinungsbild einmalig in den Zentralalpen sind.

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Murmeltier auf Straße
© Lea Friessner / Pfeifende Nager und putzige „Äffchen“: Begegnung mit den Murmeltieren
„Ein Murmeltier“ reißt mich und meine Sitznachbarin aus meinen Gedanken. Mist. Die Ankündigung, dass wir Murmeltiere sehen könnten, war also kein Marketing-Gag. Und ich hab in die falsche Richtung geschaut und das größte Nagetier der Alpen verpasst.

Zu meinem Trost tauchen kurz danach aber jede Menge Murmeltiere auf: Murmeltiere, die sich pfeifend aufrichten, Murmeltiere, die über die Straße laufen. Und Murmeltierkinder, die in der Jägersprache „Äffchen“ genannt werden. So leicht kann man die scheuen Tiere aber nur früh am Morgen sehen, wenn auf der Straße noch nichts los ist.
Panorama Ausblick Eisentalhöhe
© Lea Friessner / Leichte Wanderung von der Eisentalhöhe hinunter zum Karlbad

„Steinmanderl“ zeigen atemberaubenden Ausblick

Kurz darauf sind wir am höchsten Punkt der Nockalmstraße angekommen: der Eisentalhöhe auf 2.042m Seehöhe. Hier startet unsere kurze Wanderung auf den gleichnamigen Gipfel. Die frische Bergluft, die sanften Höhen und die romantischen Almen rund um uns machen das Wandern zu einem Genuss für Körper und Seele. Bei den „Steinmanderl“ neben dem Gipfelkreuz zeigt sich Kärnten von einer seiner schönsten Seiten: Ein unglaubliches Bergpanorama, ein fantastischer Rundumblick über die Kärntner Bergwelt und die höchsten Gipfel der Nachbarländer. Sogar die schneebedeckte Hochalmspitze leuchtet aus der Ferne, davor die sanften Nockberge und gen Süden kann man neben den Karawanken sogar die Julischen Alpen sehen, die Slowenien von Friaul trennen.
„Jetzt fangts an zum Speik’n“ sagt Stefan und meint damit den intensiven Duft der Heilpflanze Speik, deren duftende Wurzeln jetzt nach der Blüte geerntet werden. Einst schon von Kleopatra importiert, wird der „Alpenbaldrian“ seit einiger Zeit wieder als Heil- und Duftpflanze zu hochwertiger Naturkosmetik verarbeitet.

Am Gipfel ist es angenehm kühl, Stefan hat uns inzwischen schon einige andere alpine Heilkräuter gezeigt und von seiner letzten Begegnung mit den Steinadlern erzählt, die neben unzähligen anderen Tierarten hier im Park leben.
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© Lea Friessner

Kärntner Nockberge: Modellregion für nachhaltige Entwicklung

Der Biosphärenpark Kärntner Nockberge & Salzburger Lungau hat schon einen langen Weg hinter sich: Nachdem in den 80er Jahren eine Gruppe Investoren hier auf den sanften Gipfeln der Nockberge einen „Kärntner Arlberg“ inklusive Schischaukel errichten wollte, ist in einem jahrelangen Kampf um die Erhaltung der Nockberge 1987 der Durchbruch zum „Nationalpark Nockberge“ gelungen. Seit 2013 ist der 1.500 km² große Park jetzt Österreichs größter und jüngster UNESCO - „Biosphärenpark  - Modellregion für nachhaltige Entwicklung“, von denen es weltweit rund 600 gibt. „Biosphäre heißt Lebensraum“ erklärt unser Ranger: „Wir wandern hier durch eine besonders schützenswerte Natur- und Kulturlandschaft.“ Stefan macht seinen Job mit Leidenschaft: „Brauchst dich nur umschauen“ lacht der 32jährige und zeigt auf das unglaubliche Panorama:
„Wer hat schon so ein schönes Büro.“
Von der Eisentalhöhe geht’s jetzt talwärts, entlang des Kars des Dreiländerbergs Königsstuhl, vorbei an weidenden Kühen, über saftige Wiesen. Am Königsstuhl entspringt auch der kleine „Karlbach“, der uns zu unserem nächsten Ziel führt: Dem ältesten Bauern-Heilbad der Ostalpen: dem Karlbad.
Im ältesten Bauern-Heilbad der Ostalpen steht die Zeit still
© Lea Friessner / Im ältesten Bauern-Heilbad der Ostalpen steht die Zeit still

300 Jahre bäuerliche Badetradition in den Alpen

Über eine alte Holzbrücke erreichen wir das kulturhistorische Kleinod, riesige Steinhaufen aus dem benachbarten Bach lagern vor dem Hof, das Feuer ist schon von weitem zu riechen. Wir werden von Juniorchef Hans-Jörg Aschbacher begrüßt, dessen Familie den bäuerlichen Kurbetrieb inzwischen in der neunten Generation führt. Heute hat er schon um 6.00 Uhr in der Früh den ersten Badegang für seine Hausgäste vorbereitet, jetzt sind aber wir dran.
Die Steine hat er schon zwei Stunden vorher in einem geschichteten Feuer („Gromatn“) auf 1000 Grad erhitzt. Die Mauern sind komplett verrußt, man sieht, dass dieses Feuer schon tausende Male gebrannt hat. Die Männer tragen die Steine in die alten Gewölbe, in denen die ausgehöhlten Lärchenstämme stehen, in die wir uns jetzt hineinlegen werden um die 300jährige alpine Badetradition hautnah zu erleben.
 
Treffen die heißen Steine auf das 5 Grad kalte, radonhältige Gebirgswasser, das unter dem Haus in einer Quelle entspringt, zerplatzen sie und setzen wertvolle, gesundheitsfördernde Mineralstoffe frei. Schwefel, Eisen, Magnesium. Aber, so Bademeister Hans-Jörg:
„Des brauchst da jetzt gor nit aufschreiben, des hilft nix, du musst di einilegen.“
300jährige Badetradition in den Alpen
© Lea Friessner / Entspannung wie zu Großmutters Zeiten: 300jährige Badetradition in den Alpen
In den urigen Gewölben ist es dunkel, nur der Dampf des heißen Wassers ist zu sehen und bricht das Sonnenlicht, das durch die kleinen Fenster in den fast antik wirkenden Raum tritt. Mit geschlossenen Augen liege ich in meiner Lärchenwanne, die gefühlte 80 (tatsächlich aber 35 - 40 Grad) hat. Die Bilder von der schönen Wanderung, den sanften Almen und dem einzigartigen Bergpanorama tauchen in mir auf. Während mir der Schweiß von der Stirn tropft, verlieren sich meine Gedanken in der wildromantischen Stimmung, eine Armlänge von mir entfernt plätschert die Quelle. Ich könnte sofort einschlafen.
Nach einer entspannenden Ruhepause auf der Sonnenterrasse, erwartet uns noch ein kulinarischer Genuss: Die Frauen in der Küche haben die „Kasnudl“ gerade fertig gekrendelt, schwere Töpfe stehen dampfend auf dem alten Holzofen. Strom gibt’s hier keinen. Der Topfen wird selbst hergestellt, sowie auch der Rest des kulinarischen Angebots. Wirtin Greti Aschbacher serviert uns einen „Nudlteller“, der genauso gut schmeckt wie er ausschaut.
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© Lea Friessner / Kärntner Schmankerl auf 1.693 m Seehöhe
Eine Gruppe von Pensionisten setzt sich neben uns auf die urige Hausbank. Sie sind bereits das zehnte Mal hier im Karlbad auf Kur. Immer dieselbe Woche buchen die betagten Freunde. Für nächstes Jahr ist die Woche aber schon besetzt. Wer eines der begehrten Gästezimmer des alten Kulturjuwels ergattern will, sollte mindestens ein besser aber zwei Jahre vorher buchen.
 
Zum Abschluss gibt’s traditionell noch eine Runde Schnaps. Seniorchef Georg ist begeisterter Schnapsbrenner und versteht sein Handwerk: „Eine runde Sache“ sagt mein Sitznachbar nach dem ersten Schluck Enzianschnaps. Das trifft auch auf unseren Tag in den Kärntner Nockbergen zu. Mit dem Plan, bald wieder gemeinsam mit unseren Kindern wiederzukommen, kehren wir müde und zufrieden wieder in das Tal zurück. Jetzt ruft der See!

Karlbad - Information & Buchung
Tel.: +43 664 968 3926 Familie Georg Aschbacher, St.Peter 2, 9545 Radenthein
 
Nockalmstraße Info
Von Mai bis Oktober geöffnet

 
Text und Bilder: Lea Friessner / 12. August 2015

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