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Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

Genussvoller Spaziergang am Maltschacher See

Maltschachner See

In den Nockbergen

„Versuchungen sollte man nachgeben…“

Heute mache ich mich bei sommerlichen 28°Grad auf den Weg zu einem "genussvollen Spaziergang" rund um den Maltschacher See. Kleine Kostproben von der Buschenschank Kölbl, vom Weingut Trippelgut sowie eine Fischplatte beim Seewirt warten auf mich. Ein Tag, den ich unter das Motto von Oscar Wilde stellen werde: "Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß, wann sie wiederkommen".

Wir starten unsere Tour vom kleinen, aber gratis zugänglichen Strandbad am Maltschacher See. Neugierig, auf den für mich neuen Ort, mache ich mich ein bisschen früher auf den Weg. Ein wenig versteckt, umgeben von sanften grünen Hügeln, Schilf, Bäumen und Wiesen liegt dieses idyllische Plätzchen am Wegesrand auf der Fahrt von Klagenfurt Richtung Feldkirchen.

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Buntes Treiben auf dem Maltschacher See
© Sabrina Schütt / Buntes Treiben auf dem Maltschacher See

Buntes Treiben am Maltschacher See

Ich suche mir ein Plätzchen am Ufer und beobachte das bunte Treiben auf dem Wasser. Lachen und das Plantschen von Kindern sind zu hören.

Während eine Windsurfschule mit ihren bunten Segeln erste Wendemanöver übt, paddelt eine Gruppe Jugendlicher in Kajaks über den See. Ein paar Jungs, die neben mir ins Wasser hüpfen, bescheren mir eine willkommene Erfrischung.

Von Westentaschen und frisch gemähten Wiesen

Zum Glück trocknet die Kleidung bei diesem Wetter wieder schnell, sodass ich nicht wie ein begossener Pudel bei meinen heutigen Wanderkollegen auftauchen muss. Am Eingang des Bades begrüßt mich Stefan in Lederhosen und kariertem Hemd. Er ist Feldkirchner, aber am Maltschacher See hat er viel Zeit verbracht, mag die Menschen hier und die Region kennt er wie seine Westentasche. Er führt unsere kleine Runde und wird heute keine Frage unbeantwortet lassen. Außerdem lerne ich Kristina und Franz als meine heutigen Weggefährten kennen. Wir starten unsere Tour Richtung Westen. 
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© Sabrina Schütt / Bauernhof
Es riecht nach frisch gemähten Wiesen und fleißiger Arbeit der Landwirte, die das Gras in schönen dicken Heureihen, die sich die Hügel hinaufschlängeln, zusammengerecht haben. 
 
Links von uns glaube ich erst ein Lavendelfeld zu erkennen, aber wie wir später erfahren werden, handelt es sich um Lupinen, die als Kraftfutter anstatt Soja an die Schweine verfüttert werden. Überhaupt landet so ziemlich alles, was wir hier auf den Feldern sehen, in den Mägen der Schweine und Kühe oder in unserem eigenen Bauch. Das erzählt uns jedenfalls Rudi Spieß Junior bei unserem ersten Jaus’n-Stopp in der Buschenschank Kölbl.
 

Freche Ziege und herzhafte Jause

Hier wird alles vom Futter bis zum fertigen Speck, Topfen, Apfelsaft und Most selbst angebaut und produziert. Überhaupt erweist sich Rudi als vielseitiges Talent. Auf der herrlichen Obstwiese serviert er uns eine herzhafte Jaus’n-Platte mit zartem Schinken, würziger Salami, saftigem Schweinebraten, Glundner und Topfen, dazu selbstgemachten Apfelsaft und Most.
Rudi Spieß auf Ziegenjagd
© Sabrina Schütt / Rudi Spieß auf Ziegenjagd
Im nächsten Moment ist er mit vollem Einsatz hinter der Feinschmecker-Ziege her, die aus dem hofeigenen Streichelzoo ausgebüxt ist, um am Nachbartisch einen Leckerbissen zu ergattern. Sie ist gar nicht so leicht dazu zu bewegen, wieder in ihr Gehege zu springen, kein Wunder bei all den Versuchungen. 
Auch sonst wird es der Familie in fünfter Generation auf dem Hof nicht langweilig. Ihr neuester Streich ist die hausgemachte Cola. Mit einem leichten Geschmack nach Kräutern und weniger süß als das Original ist sie eine leckere Erfrischung. Den Cola-Strauch kann dann man auch gleich hinter dem Stall bewundern. 
Kein Witz, tatsächlich riecht der Strauch, wenn man ihn zwischen den Fingern reibt, nach den aus der Kindheit bekannten Cola-Krachern. Trotz der üppigen Jausenplatte kann ich der Versuchung nicht widerstehen, noch den Reindling der Oma zu kosten. Zum Glück, denn er ist ein wahres Gedicht: karamellisierter Zucker außen, ein butterweicher Teig und reichlich Füllung.

 

Ein Ort zum Wohlfühlen

Gut gestärkt von den kleinen "Kostalan" (Kärntnerisch für Kostproben) verlassen wir den wunderschönen alten Hof, um unseren nächsten Stopp - das Weingut Trippelgut - anzusteuern. Auch hier geht es durch die hügelige Landschaft mit kurzem Blick auf den Ossiacher See. In der Ferne kann man diesig verschwommen die Karawanken erkennen. Bei klarer Sicht mit Sicherheit ein eindrucksvolles Panorama. Überall warten schöne Details, die diesen Ort sympathisch machen. 
 
Wir gehen vorbei an einigen schön gepflegten Bauernhöfen und werden gleich von einem der Hofbewacher begrüßt, doch anstatt uns anzubellen, genießt er lieber eine kleine Krauleinheit. Die Besitzerin gesellt sich für einen kleinen Plausch zu Kristina und mir. Die Stimmung ist gelöst und ich merke, wie sich das unbeschwerte Gefühl eines Kurzurlaubs einstellt.
Terrasse beim Trippelgut
© Sabrina Schütt / Trippelgut: Restaurant, Hotel und Weingut

Was hat Wein mit Oachkatzln zu tun?

Kurz bevor wir das Trippelgut erreicht haben, geht es noch mal ein paar Minuten den Hügel hinauf. Oben werden wir schon erwartet und mit einem hervorragenden gelben Muskateller Frizzante empfangen. Der erste kühle Schluck ist himmlisch. Ein leichter Citrus Duft steigt in die Nase, auf der Zunge verspüre ich eine leichte Süße, die den Wein herrlich erfrischend macht. Wir nehmen auf der angenehm schattigen Terrasse Platz und ich habe förmlich vor Augen, hier einen Tag am See mit meinen Freunden bei einem guten Glas Wein ausklingen zu lassen.
Ein kleiner Rundgang eröffnet uns diesen interessanten Ort. Erst im Mai diesen Jahres eröffnet, hat sich der junge Besitzer Nico Trippel einen Traum erfüllt. Die Weine, von deren Qualität wir uns dann bei der Verkostung noch überzeugen können, werden direkt vor der Tür angebaut und im Haus gekeltert. Dabei entsteht ein wunderbarer Kontrast zwischen dem hochtechnisch anmutenden Keltereibetrieb und dem modernen aber sehr warm und mit viel Holz gestalteten Restaurant und Hotel.
 
Das für Wein etwas ungewöhnliche "Oachkatzl" - kärntnerisch für Eichhörnchen und gerne ein Test für die "Fremdsprachenfähigkeiten" deutscher Gäste - im Logo des Gutes hat schon eine lange Tradition in der Familie und wird nun in moderner Form vom Enkel weitergetragen. 

Ein geschmackvoller Abschluss

Leicht heiter geht es für unsere gesellige Gruppe wieder hinunter zum See, wo wir beim Seewirt einkehren und eine köstliche Fischsuppe, gefolgt von einer herrlichen Fischplatte, serviert bekommen.
 
Franz ist restlos begeistert vom cremigen Tomatenrisotto und Kristina, die mit einer Fischzucht groß geworden ist, lobt die hervorragend zubereiteten Fische.
Reichhaltige Fischplatte beim Maltschacher Seewirt
© Sabrina Schütt / Reichhaltige Fischplatte beim Maltschacher Seewirt
Auch ich genieße mein Mahl. Satt und zufrieden mit Blick auf den See und der langsam sinkenden Sonne entdecke ich in der Weinkarte, die mit Zitaten zum genussvollen Leben abgerundet ist, meines für den heutigen Tag:
"Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß, wann sie wiederkommen."
Oscar Wilde
Bilder und Text: Sabrina Schütt / Juni 2016

Anmeldung / Buchung (einen Tag vorher bis 18 Uhr): 
Touristikbüro der Stadt Feldkirchen in Kärnten
Amthofgasse 3
9560 Feldkirchen in Kärnten
+43 (0)4276 / 21 76
tourismus@feldkirchen.at
Autorin Sabrina Schütt

Autorenvorstellung: Sabrina Schütt

Ich bin Yogalehrerin und freie Redakteurin ... weil ... ich so meine Freiheit genießen kann. Mit Yoga kann ich Menschen einen Moment der Ruhe schenken und mit Worten meiner Freude am Schreiben nachgehen. In meiner Freizeit bin ich gerne in den Bergen unterwegs, entweder beim Klettern oder Wandern.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich die faszinierende Schönheit und die immer noch wilden und unberührten Flecken, die es zu erkunden gibt. Mein Lieblingslingsgericht aus der Kärntner Küche sind Kasnudeln.

 

Lieblingszitat: ... alle sagten: Wir werden umso authentischer je näher wir dem Traum kommen, den wir selbst von uns haben.

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