Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

Berglust auf der Südseite der Alpen Nationalparkregion Hohe Tauern

Musikanten spielen auf der Alm

nock/art Bad Kleinkirchheim

Sonnenuntergangs-Wanderung am Wöllaner Nock

Sonnenuntergang, der Wechsel von Tag zu Nacht, die blaue Stunde und anschließend ein klarer Sternenhimmel – fernab vom Trubel, hoch in den Bergen. Auf 2.145 Metern. Das will ich auch! Dafür fasse ich sogar meinen ganzen Mut zusammen und trete die Fahrt mit der Gondel an. Für alle anderen Entspannung, wie mir scheint.
Für mich Adrenalin pur.

Kurz nach 18.00 Uhr stehe ich vor der Talstation der Kaiserburgbahn in Bad Kleinkirchheim, wo bereits reges Treiben herrscht. Der Berg ruft! Und meine Höhenangst ruft zurück. Sollte ich noch warten? Oder es doch gleich hinter mich bringen? Sollte ich doch hinaufwandern? Nein, das geht sich nicht aus. Lieber allein im Wald oder doch in der Gondel hoch über dem Wald? Solche Fragen reihen sich in meinem Kopf willkürlich aneinander und bevor es zu viele werden, steige ich ein.   

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Wegweiser zum Gipfel
© Emira Husidic / Wegweiser zum Gipfel
Wir sitzen zu viert in der Gondel – ein Ehepaar aus Deutschland, ein junger Mann aus dem Ort und ich. Alle sind wunderbar entspannt und nach den ersten fünf Minuten werde ich auch ruhiger. Wir unterhalten uns, lachen, genießen die Aussicht und nach 20 Minuten sind wir schon auf der Kaiserburg. Ich kann es selbst kaum glauben, aber es war nicht so schlimm. Ganz im Gegenteil!
Die Belohnung für meine Tapferkeit lässt nicht lange auf sich warten – ich verlasse die Bergstation und sehe gleich zwei Gipfel in unmittelbarer Nähe. Dahinter ein unglaublicher Ausblick! Rundherum ein unglaublicher Ausblick, wohin man auch sieht. Das hat sich ausgezahlt. Das Beste kommt aber erst noch.
„In die Berg bin i gern und do gfreit sich mei Gmiat...“
Gut einpacken war heute die Devise. Wenn der Sommer im Tal schon Pause macht, dann am Berg erst recht. Der Wind pfeift, es ist fast spätherbstlich. Die Sonne lässt sich hier und da zwischen den Wolken blicken, die Temperaturen scheinen davon jedoch wenig beeindruckt. Wir alle, die hier oben sind, lassen uns wiederum von den Temperaturen nicht beeindrucken. 

So ist das am Berg. Jede einzelne Person, die ich sehe, hat ein Lächeln im Gesicht. Auch die Kleinsten wirbeln durch die Gegend und haben Spaß.
Ich mache mich sogleich auf den Weg zum ersten Gipfel, den Kaiserburg-Gipfel. Das klingt jetzt etwas sportlicher, als es tatsächlich ist, denn die Gehzeit beträgt ungefähr fünf Minuten. Schließlich sind wir hier bereits am Gipfel der Kaiserburg.

So oder so, es ist ein Gipfel.

Der Ausblick auf den Wöllaner Nock, die Nockberge rundherum und auf die Kaiserburgbahn von oben ist beeindruckend.  Hier könnte man stundenlang sitzen und einfach schauen. Jetzt gerade kann man es nicht, es ist einfach zu kalt.
Weg zum Wöllaner Nock
© Emira Husidic / Weg zum Wollaner Nock

Einkehr in die warme Stube

Während ich die Gegend erkunde, treffe ich meinen Gondel-Kollegen wieder und wir beschließen, das Bergrestaurant Kaiserburg zu erkunden. Eigentlich geht es weniger darum, etwas zu erkunden als uns aufzuwärmen. Gegen 20.00 Uhr wollen wir alle zusammen in Richtung Wöllaner Nock aufbrechen, um oben den Sonnenuntergang zu sehen.

Somit haben wir noch ein wenig Zeit. Das Bergrestaurant Kaiserburg hat eine wunderschöne, windgeschützte Sonnenterrasse, die heute allerdings leer bleibt. Der offene Kamin in der Gaststube ist zu verlockend.
Das Restaurant ist viel größer als es von außen scheint. Durch die urige Einrichtung und die verwinkelten Räume herrscht eine sehr gemütliche Atmosphäre. Man kommt hier rein und fühlt sich wohl. Gedämpftes Licht, es riecht nach köstlichem Schweinsbraten.
 
Die meisten Tische sind besetzt, es wird gelacht und alle freuen sich auf das bevorstehende Spektakel. Ich kann mir gut vorstellen, dass man hier nach einem Ski- oder Wandertag gerne „hucken bleibt“

Musikalische Begleitung auf dem Weg zum Sonnenuntergang

Es ist soweit – die Musi spielt auf und läutet die Wanderung zum Gipfel ein. Gestärkt und guter Laune verlassen wir das Bergrestaurant. Der Wind scheint stärker geworden zu sein, doch wirklich stören tut das niemanden. Gemütlich spazieren wir zum Wöllaner Nock hinauf. Die zwei Musikanten sorgen indes mit ihren Trompeten und ihren Lederhosen für eine ganz besondere Bergstimmung. Sie gehen ein Stück, bleiben stehen und spielen ein paar Stücke, gehen wieder weiter, spielen wieder... Das ganze vor dieser traumhaften Kulisse! Herrlich!
Unbezahlbarer Ausblick über die Nockberge
© Emira Husidic / Unbezahlbarer Ausblick über die Nockberge
Die Wanderung, die viel mehr ein Spaziergang ist, dauert nicht lange. Nach etwa 30 Minuten sind wir am Gipfel und werden einmal mehr mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Wo man hinsieht - Berge, sattgrüne Wiesen, Wälder, hier und da ein Ort in der Ferne, vereinzelt Almhütten inmitten von Hügeln... Über den Bergen ziehen die Wolken hin und her.
 
Die Sonne sucht sich ihren Weg und bricht mit ihren Strahlen immer wieder durch die Wolken hindurch. Das Licht wechselt vom dunkleren Schatten der Wolken ins Goldene und wieder zurück. Am Horizont färben sich die Felsen nach und nach rosarot.

Die Bergluft zaubert ein Lächeln ins Gesicht

Hier oben ist der Wind besonders stark. Und kalt. Das hindert uns dennoch nicht daran, noch ein wenig hier zu verweilen. Jeden Moment könnten sich die Farben wieder ändern und niemand von uns will das verpassen. Die Kälte kribbelt schon in den Fingern, doch die Musikanten beweisen besonderes Durchhaltevermögen und spielen vor dem Gipfelkreuz noch einmal auf. Beeindruckend. Ein kleiner Nebeneffekt, der nicht ausschließlich, aber auch durch den Wind begünstigt wird: jede und jeder lacht! Eine tolle Stimmung! Ich kann mich nur schwer von diesem schönen Plätzchen trennen, doch schön langsam mache ich mich auf den Rückweg. Schließlich war das noch nicht alles.

Eine wahrlich heiße Show als krönender Abschluss

Wieder unten angekommen, hat sich das Bergrestaurant Kaiserburg bereits wieder gefüllt. Noch einmal kurz aufwärmen, bevor die angekündigte Feuershow beginnt. Langsam wird es dunkel und gegen 21.30 Uhr versammeln sich alle Bergbegeisterten auf der Sonnenterrasse des Bergrestaurants. Es geht los. Die Feuerkünstler Klaus und Sabrina von „Flamare Magica“ heizen dem Publikum so richtig ein – mit Salsamusik und einer akrobatischen Höchstleistung. Respekt!
Feuershow auf der Sonnenterrasse des Bergrestaurants
© Emira Husidic / Ein heißes Spektakel mit waghalsigen Stunts
Unglaublich, was für eine Show sie da über die Bühne bringen. Mir scheint, während diesen 20 Minuten sitzen alle wie gebannt da. Allein beim Zusehen wird einem warm, ja geradezu heiß. Danke dafür!
 
Ab 22.00 Uhr fährt die Gondel wieder ins Tal und zumindest heute zögern die meisten nicht, sich auf den Weg zu machen. Ich stelle mich wieder weiter hinten an. Schließlich muss ich mir vorher noch Mut zusprechen. Die Fahrt hinunter gestaltet sich jedoch um einiges angenehmer, als ich erwartet hatte. Tatsächlich habe ich kaum die Gelegenheit über meine Höhenangst nachzudenken, da ich mit drei sehr netten und lustigen Menschen aus dem Ort in der Gondel sitze.

Obwohl wir uns gar nicht kennen, lachen wir viel miteinander und zum Abschluss des Abends gibt es noch ein Stamperl hoch in den Lüften. Ja...so ist das am Berg.

Bilder und Text: Emira Husidic / Juli 2016

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