Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

Goldmünzen, Edelsteine und eine gut versteckte Schatzkiste

Auf der Suche nach Edelsteinen im Bergbach

 Nassfeld - Pressegger See | Lesachtal | Weissensee

Schatzsuche im versteinerten Urwald

Im versteinerten Urwald rund um Laas in der Gemeinde Kötschach-Mauthen im GeoPark Karnische Alpen versteckten schon die Ritter der Burg am Pittersberg einen Goldschatz. Heute können Kinder hier seltenen Naturjuwelen und kleinen Schatzkisten auf die Spur kommen.

Hier, nahe des kleinen Dörfleins Laas im oberen Gailtal, wurde vor vielen Jahren tatsächlich einmal ein unglaublicher Schatz geborgen. Soldaten, die während des Ersten Weltkrieges am Pittersberg rund um die Burgruine Gräben aushoben, stießen unverhofft auf eine große Sammlung von sehr alten Goldmünzen aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. Vermutlich wurden sie vergraben, als noch edle Ritter und schöne Maiden die Burg bewohnten, von der heute nur mehr Mauerreste übrig sind. Zwei Goldmünzen verblieben in Laas.

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„Der große Rest der Münzen ist verschwunden. Keiner weiß, wer den Schatz nahm und was er damit machte“, erzählt Gerlinde Ortner, die Leiterin des Geoparks Karnische Alpen, die uns an diesem sonnigen Sommervormittag den Geotrail in Laas zeigt.
Schild zur Burgruine Pittersberg
© Johanna Wohlfahrt / Die beiden Goldmünzen befinden sich immer noch in Laas. Wo der Rest des Schatzes blieb, weiß niemand.
Die beiden verbliebenen Goldmünzen sind auf der Schautafel unterhalb der Burgruine zu bestaunen. Dennoch ist dies längst nicht der einzige Schatz, den dieses idyllische Fleckchen Erde zu bieten hat. 
 
Besonders für kleine Schatzsucher ist der etwa dreistündige Spaziergang am Geotrail eine Abfolge an wundersamen und begeisternden Entdeckungen. Und am Ende bekommt jeder seine eigene, gut gefüllte Schatzkiste. Aber alles der Reihe nach.

SELTENES, FOSSILES JUWEL

„Magst versuchen, in einer echten Wassermühle Mehl zu mahlen?“, fragt Gerlinde den 7-jährigen Tomas. Na klar! Erst die Körner in den Trichter, dann mit dem Hebel die Wasserinne richtig über dem Mühlrad platziert – und schon ruckelt der gewaltige Mühlstein darauf los. Nach und nach wird aus den kleinen Schoten feines, weißes Mehl. Ein Wunder der Technik!

Tomas kann’s nicht fassen, dass so wirklich der Grundstoff für seinen geliebten Marillenkuchen entsteht.
Dann geht’s per kindgerecht gestalteter Karte über einen kurzen Waldweg zum ersten echten Schatz in Laas: Dem größten Pflanzenfossil Österreichs – einem riesigen, versteinerten Baumstamm. Der ist rund 280 Millionen Jahre alt und hat viel überdauert. Der Baum war schon da vor der Entstehung der Alpen und sogar schon vor dem Meer, das im Geopark in Stein und Fels viele kleine Fossilien hinterlassen hat. Immer wieder stoßen auch nichtsahnende Wanderer zufällig auf versteinerte Pflanzen, Schnecken oder Asseln, die sich hier in Urzeiten tummelten.

EDELSTEINE SCHÜRFEN

Ein paar Schritte später darf dann nach Herzenslust nach edlen, grün und blau funkelnden Steinen geschürft werden. Am Bächlein, das in Richtung Dorf fließt, finden sich jede Menge der jadeähnlichen Schlackensteine aus Zeiten der Eisengewinnung in Laas. Die wurde zwar schon vor 150 Jahren eingestellt, der alte Hochofen ist aber noch heute zu bewundern.
Und die Schlacken, die bei der Erzgewinnung entstanden sind, treiben nach wie vor im Bachbett. Und wer die Augen offen hält, findet hier noch größere Exemplare der minzfarbenen bis türkisblauen Steine.
Immer dem Pfeil nach auf der Suche nach Edelsteinen
© Johanna Wohlfahrt / Na, wo versteckt er sich denn? Immer dem Pfeil auf dem GPS-Gerät hinterher, dann ist's nicht mehr weit...
Nun wartet noch der Höhenpunkt dieser Schatzsuche im versteinerten Urwald: Die Schatzkiste, die hier für jedes Kind vergraben ist. Und zwar, wie sich das gehört, ganz in der Nähe der alten Burgruine. Nach einem kurzen, steilen Aufstieg auf den Pittersberg bekommt Tomas ein GPS-Gerät in die Hand, das ihm die Geopark-Rangerin zuvor genau erklärt. 
Dann lässt er sich, hochkonzentriert auf das Gerät, per Satellitendaten zum richtigen Platz lotsen. Ein kurzer prüfender Blick und schon hat Tomas das kleine Schatzkisterl unterm Laub beim Moosstein entdeckt. Es enthält allerlei edle Steine, kleine Fossilien und ein wenig Süßes zur Belohnung.

„Juhu, ich bin reich!“, jubelt Tomas. Stimmt! – Wir alle sind am Ende der Wanderung um ein paar eindrucksvolle Naturerlebnisse reicher. Die hier, am Geotrail, für Kinder liebevoll und gelungen vermittelt werden.

Bilder und Text: Johanna Wohlfahrt / Juli 2016

 
GPS Gerät hilft bei der Suche
© Johanna Wohlfahrt

Schatzsuche im versteinerten Urwald

Jeden Freitag (bis 27. August), 10.00 – 13.00 Uhr
Preis: € 23,- / Person (Erw. oder Ki.) | 2 Personen € 41,- | 3 Personen € 59,- | 4 Personen € 75,- | jedes weitere Familienmitglied € 12,-
Anmeldung: immer bis DO, 15 Uhr unter Tel. (0 4718) 301 33 oder Email: office@geopark-karnische-alpen.at

Autorenvorstellung: Johanna Wohlfahrt

Ich bin als freie Journalistin tätig ... weil ... mich das (Be)-Schreiben seit 20 Jahren nicht mehr loslässt. Meine Freizeit verbringe ich viel mit lesen, kochen, Sport und natürlich mit meinem knapp 8-jährigen Sohn.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich ihr Facettenreichtum und an schönen Tagen ihre Farbenpracht. Mein Lieblingsplatz in der Natur ist ein Wanderweg mit freiem Blick auf einen Kärntner See. Davon gibt’s ja einige im Land. Mein Lieblingslingsgericht aus der Kärntner Küche sind Kärntner Faustnudeln von meiner Mama ... weil ... eh klar: Geschmack der Kindheit.

 

Lieblingszitat: The best is yet to come.

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