Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

Berglust auf der Südseite der Alpen Nationalparkregion Hohe Tauern

Die letzten Meter zum Gipfel

In den Nockbergen

Ein königliches Bergerlebnis

Der neue Nockberge Trail führt auf einer herrlichen, mehrtägigen Höhenwanderung über die Bergrücken und Gipfel der Nockberge. Ich habe mir die dritte Etappe Schritt für Schritt etwas genauer angesehen. Fazit: Wahrlich königlich und grenzgenial. Warum? Lest selbst.

Für mich ist der Herbst einfach die schönste Jahreszeit in Kärnten und absolut perfekt für unvergessliche Wandererlebnisse. Auf den Almen herrscht nun eine fast friedliche Ruhe, die klingenden Kuhglocken sind längst verstummt und die Tiere im Zuge des traditionellen Almabtriebs bereits sicher im Tal angekommen, wo sie die letzten, warmen Tage vor dem Wintereinbruch auf den futterreichen Wiesen rund um die Bauernhöfe verbringen. Die Landschaft hat sich von einem satten Grün in ein orange-goldenes Naturidyll verwandelt, die südliche Wärme des Sommers wirkt noch nach und das Licht ist um diese Zeit einfach magisch. Somit hält mich dieser Tage auch absolut nichts zuhause: Raus in die Natur und hinauf auf die goldenen Gipfel lautet die Devise. Das heutige Tourenziel: Die dritte Etappe des neuen Nockberge Trails.

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© Sabine Ertl / Die verschlafene Rosansinalm in den herbstlichen Morgenstunden

Eine „runde“ Sache

Wer in den Nockbergen unterwegs ist, kann sich immer auf eine „runde“ Sache freuen. Denn die abgerundeten Gipfel bilden das Markenzeichen des gleichnamigen Biosphärenparks, der verteilt auf die Länder Kärnten, Salzburg und Steiermark ein Gebiet von über 1.500 Quadratkilometer umfasst. Entlang des neuen Nockberge Trails taucht man dabei vollends in die Schönheit und Ursprünglichkeit dieser Landschaft ein. Mein Weg führt mich heute auf der dritten Etappe von Innerkrems über den stolzen Gipfel des Königsstuhls (2.336 Meter) und weiter über die sanften Bergrücken bis auf die Turracher Höhe. Gemeinsam mit Ehemann und Tourenhund Artus beginnt die Reise gleich am frühen Morgen, um ja keine Minute des goldenen Herbsttages zu vergeuden. Die Luft ist herrlich frisch, den Himmel trübt keine einzige Wolke, die Sicht ist klar und reicht von den Hohen Tauern im Norden bis zu den Karnischen und Julischen Alpen im Süden.
Die Sicht ist klar und weit
© Sabine Ertl / Die Sicht ist klar und weit

Durch die Donnerschlucht

Um aussichtsreiche Gipfel zu erklimmen, führt uns unser Weg vorerst durch die Donnerschlucht. Sie wurde über die Jahre vom tosenden Kremsbach geformt und bildet mit rauschenden Wasserfällen und gewaltigen Felsszenerien einen mehr als würdigen Auftakt in den heutigen Wandertag. Das unaufhörliche Rauschen des Baches begleitet uns nach der Schlucht noch ein weiteres Stück, während wir am Bachlauf die Rosaninalm entlang spazieren.
Die umliegenden Bergspitzen werden bereits von der Morgensonne begrüßt, während wir noch leicht fröstelnd den malerischen Talboden queren. Doch schon bald mündet der Schotterweg in einen leicht ansteigenden Pfad, welcher hinauf auf die Bergrücken der goldenen „Nocken“ führt. Immer wieder steigt uns ein würziger Duft in die Nase, der um diese Zeit die Gegend fest umhüllt: Die Rede ist vom Speik, einer Heilpflanze, welche in der herbstlichen Jahreszeit in ihrer Blüte steht und ihre herbe Duftnote freisetzt.

Audienz beim König

Auf 2.057 Meter Seehöhe angekommen, erreichen wir schließlich den verlandenden Rosaninsee. Dass sich der Sommer hier bereits verabschiedet hat, erkennen wir an der hauchdünnen Eisschicht, die sich am Seeufer über Nacht gebildet, jedoch gegen die wärmenden Strahlen der Morgensonne keine Chance hat, und Minuten später schon wieder verschwunden ist.
Links neben uns erstreckt sich bereits der mächtige Gipfelaufbau des Königsstuhls. Herausfordernd lacht das Gipfelkreuz zu uns herunter, denn der Anstieg steht uns noch bevor. Nach einer knappen Stunde ist auch dieser gemeistert und wir stehen sprichwörtlich in der ersten Reihe fußfrei am Dreiländereck von Kärnten, Salzburg und Steiermark. Nach einem gemütlichen Gipfelfrühstück führt uns der Trail über ausgedehnte Bergrücken weiter in Richtung Turracher Höhe.
Der Königsstuhlgipfel in greifbarer Nähe
© Sabine Ertl / Der Königsstuhl-Gipfel rückt in greifbare Nähe

Skywalk = Nockwalk

Auf den ausgedehnten Bergrücken fühle ich mich wie auf einem Skywalk, nur besser, weil nicht künstlich angelegt, sondern von Mutter Natur selbst in Szene gesetzt: Links und rechts erstreckt sich eine nicht enden wollende Gipfel-Szenerie, die ihresgleichen sucht. Hier und da huschen vergnügte Alpenvögel über unsere Köpfe hinweg und tanzen mit den Windböen im herbstlichen Sonnenlicht, ansonsten ist es ruhig.
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© Sabine Ertl / Hier kann man die Seele getrost baumeln lassen
Die Murmeltiere sind bereits verstummt und bereiten sich auf den alljährlichen Winterschlaf vor und nur vereinzelt begegnen uns gleichgesinnte Wanderer, mit denen wir herzlich ein paar kurze Worte wechseln und wo schließlich jeder wieder seines Weges zieht.
 

 

Entschleunigung auf ganzer Linie

Zwar ist die dritte Etappe des Nockberge Trails mit rund 21 Kilometern und über 1.100 Höhenmetern konditionell etwas anspruchsvoller und doch sind wir am Ende unserer Reise völlig entspannt, als hätte sich unser innerer Akku Schritt für Schritt wie von selbst wieder aufgeladen. Denn wie schon erwähnt: In den Nockberge kommt man nicht nur gut über die Runden, hier erlebt man tatsächlich auf ganzer Strecke eine „runde“ Sache.
Bilder, Text und Video: Sabine Ertl / Oktober 2018

Autorenvorstellung: Sabine Ertl

Ich bin selbstständig mit meiner Werbeagentur Gedankenschmiede ... weil ... ich meinen kreativen Gedanken gerne freien Lauf lasse. Mit Wandern, Laufen, Reiten, Bergsteigen, Reisen und neue Wege entdecken verbringe ich meine Freizeit.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich die einzigartige Vielfalt verpackt in einer unvergleichbaren, bestechenden Schönheit. Das fasziniert mich an Kärnten am meisten: Der Süden spielt wirklich alle Stücke, man muss sich lediglich darauf einlassen. Ich für meinen Teil erlebe das jeden Tag aufs Neue – und das macht Kärnten für mich nun mal so einzigartig lebenswert.

 

Lieblingszitat: ... alle sagten: „Das geht nicht.“ Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht.

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