Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

Es klappert die Mühle

Hütte im Wald auf dem Mühlenrundweg

In den Nockbergen

Mühlenrundweg in den Nockbergen

Durch ein schönes Seitental des Gurktales führt der Mühlenrundweg über Wiesen, vorbei an Bächen, durch Wälder und von der alten Hofbauer-Mühle zur Wassermühle des Raffelwirtes. Wir begeben uns auf Spurensuche nach dem Getreidekorn und entdecken unterwegs idyllische Kraftplätze und traumhafte Aussichtspunkte.

Der Mühlenrundweg beginnt im historischen Ortskern Deutsch-Griffen, einem Talstück zwischen Pöckstein und der Ebene Reichenau. Mit Jonas, unserem Jüngsten, wollen wir mehr über die Arbeit der Müller und Bäcker in früherer Zeit erfahren. Der Getreideanbau hat im Gurktal lange Tradition und reichte bis in die 1950er Jahre. Einst gab es in der unmittelbaren Umgebung um die 65 Mühlen, zwei die noch eralten sind, schauen wir uns heute an.

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Beschilderung zur Mühle
© Alexandra Kimmer / Mühlenrundweg

Auf dem Mühlenrundweg

Wir folgen der Markierung „Mühlenwanderweg“ und erreichen nach ca. 20 Minuten etwas oberhalb von Deutsch-Griffen den Hofbauer-Bauernhof. Ein paar Kühe grasen gemütlich im Schatten der Bäume. Wir nähern uns dem Rauschen des Arlsdorfbaches, an dessen Ufer die Hofbauer Mühle steht. Wir haben Glück: Der Bach führt reichlich Wasser in diesem Sommer. Es gibt auch Zeiten, wo der Bach nur als dünnes Rinnsal fließt, er muss dann aufgestaut werden, damit sich das Mühlrad drehen kann.
Heute jedoch steht die Mühle trotzdem still. Nur selten noch ist sie in Betrieb. Ich erkläre Jonas, dass hier in den engen Räumen der Mühle, in den Kriegsjahren eine Familie mit vier Kindern Unterschlupf gefunden hat. Als die Mühle aufgrund von Unwettern in den Nachkriegsjahren weggespült wurde.

Viel später hat eines der Kinder, die hier gelebt haben, mit seinen Freunden die Mühle wieder aufgebaut. Heute dient sie als Museum und erinnert an jene Zeit, als die Bauern das angebaute Getreide noch selbst gemahlen haben.
Schild Mühlenweg mit Blumen
© Alexandra Kimmer / Der Mühlenweg

Die Pfarrkirche St. Jakobus

Dem Waldweg weiter folgend ergeben sich immer wieder schöne Blicke ins Tal hinab. Beim Blick durch das Tal sehen wir im Hintergrund die „Haidner-Höhe“, den Hausberg von Deutsch-Griffen. An deren Flanken liegen links die Hochrindl und rechts die Flattnitz.

Ein besonderer Blickfang ist die Pfarrkirche St. Jakobus. Sie erhebt sich auf einer Bergnase, die in das Griffnertal hineinreicht. Die Kirche bildet mit seiner gewaltigen Wehrmauer eine Festungsanlage, die den Ort eindrucksvoll überragt. Besonderes Kennzeichen der Deutsch-Griffner Kirche ist der von weitem sichtbare überdachte Stiegenaufgang mit mehr als 200 Stufen.
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© Alexandra Kimmer / Blick ins Tal

Die Raffelmühle – Noch lange nicht ausgeklappert

Bald geht es gemütlich bergab, wir queren die Bundesstraße und erreichen den Raffelwirt. Hier treffen wir auf Helmut Allesch. Er hat vor einigen Jahren sein Haus runderneuert und eine alte Wassermühle wieder funktionstüchtig gemacht. „Kommt mit“ sagt Helmut und mit einer kurzen Handbewegung nimmt er uns mit in ein Holzhäuschen direkt beim Griffnerbach. Helmut ist mächtig stolz auf seine Mühle mit der er noch heute Biogetreide mahlt und Brot für seine Gäste backt. „Im Unterschied zu damals“ erklärt er „wird die Mühle heute von einem unterschlächtigen Wasserrad, also durch den Stromfluss von unten betrieben.“ Das eignet sich besonders gut für Schauzwecke und schon bittet er Jonas einen Getreidesack in den Einfülltrichter, den sogenannten Goßen, zu füllen.
Das klackernde, schleifende Geräusch der Mahlsteine durchdringt das winzige Häuschen. Der obere Mahlstein dreht sich langsam und reibt das Getreide nach alter Tradition zwischen dem Läufer- und dem Bodenstein. Das Mahlgut fängt Helmut in einem Beutel auf und füllt es nochmals in den Goßen hinein. Den Vorgang wiederholt er bis zu vier Mal bis das Mehl ganz fein und durch einen Mehlbeutel gesiebt wird. Es kann nun zum Brotbacken verwendet werden.
Die Raffelmühle
© Alexandra Kimmer / Die Raffelmühle
Zu unserer freudigen Überraschung serviert uns Hannelore Allesch zum Abschluss ein köstliches, ofenfrisches Brot mit Butter und Salz. Ganz knusprig und warm ist es und wir genießen jeden Bissen. Wie einfach es doch ist, heutzutage ein Brot vom Bäcker zu bekommen?! Der Rückweg führt uns etwa einen Kilometer neben der Bundesstraße zurück zum Ausgangsort.

Es klappert die Mühle

In den Nockbergen lädt der Mühlenrundweg zu einer schönen Wanderung durch ein schönes Seitental des Gurktales ein, vorbei an idyllischen Kraftplätzen und zu traumhaften Aussichtspunkten.

Tourdaten

Gehzeit (ohne Pause): 1.00 Std.
Höhenunterschied: 150 m
Gesamtlänge: 4 km
Schwierigkeitsgrad: Sehr leichte Rundwanderung


Bilder und Text: Alexandra Kimmer / September 2016

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