Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

Berglust auf der Südseite der Alpen Nationalparkregion Hohe Tauern

Bad Kleinkirchheim

Kärntens 1. Mountain Yoga Trail auf knapp 2.000 Meter Seehöhe 

Yoga ist bekannt dafür, einen positiven Einfluss auf die geistige, seelische und körperliche Gesundheit zu haben. Yoga ist einfach, effektiv und man kann es überall praktizieren. Alles, was wir dafür benötigen, sind wir selbst, unser Atem und der Wille, Yoga zu machen. Mit dem Mountain Yoga Trail in Bad Kleinkirchheim wurde ein ganz besonderer Ort mitten in der naturbelassenen Bergwelt geschaffen, der es jedem Besucher ermöglicht, sich mit sich selbst zu verbinden und in einzigartige, magische Natur-Momente einzutauchen.

Ich trete aus der Bergstation der Biosphärenparkbahn Brunnach. Der noch junge Tag begrüßt mich hier auf fast 2.000 Metern Seehöhe mit frischer Bergluft. Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen kitzeln mein Gesicht, während mein Blick in die Weite schweift. Die wunderbare Bergwelt mit den sanften Bergkuppen der Nockberge breitet sich vor mir aus. Ich lasse den Spielplatz an der Bergstation, auf dem sich schon die ersten Familien und Kinder tummeln, hinter mir und folge dem Weg zum Speichersee, der unter der Bergstation liegt. Das glasklare Wasser schimmert in allen möglichen Blautönen und das Sonnenlicht glitzert auf der Wasseroberfläche. Ich bin bei der Station eins angekommen, hier startet Kärntens erster Mountain Yoga Trail auf knapp 2.000 Meter Seehöhe.


Der Mountain Yoga Trail wurde mitten im UNESCO Biosphärenpark Nockberge geschaffen. An einem Ort, wo der Mensch im Einklang mit der Natur lebt und wirtschaftet. Hier werden seltene Tiere und Pflanzen respektvoll behandelt und geschützt. Im Biosphärenpark wird die Vielfalt der Natur genutzt und darauf geachtet, dass die Einzigartigkeit der Region erhalten bleibt. Es gibt vermutlich keinen schöneren Ort, um eine Yoga-Einheit in der Natur zu praktizieren und sich selbst in Achtsamkeit zu üben.

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Den Weg am Speicherteich entlang nutze ich, um im Hier und Jetzt anzukommen. Ich will mich heute in Achtsamkeit üben und dabei mich, meine persönlichen Bedürfnisse und meine direkte Umgebung bewusst wahrnehmen. Das Wasser hat dabei immer eine beruhigende Wirkung auf mich und zieht mich schon seit meiner Kindheit magisch an. Während ich an das Ufer des Speicherteichs trete, erspähe ich beim näheren Hinsehen quirliges Leben im Wasser. Viele kleine Kaulquappen von Laubfröschen tummeln sich im Wasser. Der Anblick zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht und ich atme tief ein und aus. Jetzt bin ich bereit, um mich auf meine Yoga Praxis einzulassen.
 
© Anita Janesch / Kaulquappen

Yoga für mehr Balance im Leben

Erst seit einigen Monaten hat Yoga einen festen Platz in meinem Leben eingenommen. Jeder von uns erlebt manchmal turbulente und herausfordernde Zeiten. In solchen schwierigen Phasen wurden Yoga-Einheiten zu meinem persönlichen Anker. Sie haben mich geerdet und mein Leben wieder ein wenig in Balance gebracht. Meine faltbare und leichte Reise-Yogamatte begleitet mich seitdem hier in die Berge. Ich genieße es, überall meine Asanas (so werden Yoga-Übungen bezeichnet) ausführen zu können. Dabei kann ich mich ganz mit der Kraft der Natur verbinden und dem Alltag entfliehen. Hier, mitten im Biosphärenpark, in dem das Miteinander von Mensch und Natur sowie das Leben und Arbeiten im Einklang mit der Natur im Vordergrund stehen, wurde mit dem Mountain Yoga Trail ein wunderbarer Zufluchtsort geschaffen, um einer zu schnelllebigen und manchmal komplizierten Welt entfliehen zu können.
 

Eintauchen in die stille Kraft der Natur

In zehn Yoga-Stationen habe ich nun die Möglichkeit, die gängigsten Yoga Asanas ausführen zu können. Jede Übung zielt auf bestimmte Energiezentren im Körper ab und verbindet den Energiefluss zwischen Geist und Körper. Ich zähle mich selbst noch zu Yoga-Anfängern. Aber es geht nicht darum, die Übungen perfekt auszuführen. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Das Wichtigste dabei ist, dir selbst eine kleine Auszeit zu schenken und neue Energie zu tanken. Hier bist du an einem Ort, wo du in deinen Körper hineinhören kannst. Er verrät dir, was du gerade brauchst, um wieder neue Energie und Lebensfreude verspüren zu können.
Während ich die Berghaltung einnehme, höre ich nichts als das Rauschen der Bäume, in die der leichte Sommerwind hineinfährt. In der Ferne zwitschert ein Vogel, ansonsten nehme ich nur die absolute Stille der Natur wahr. Ich spüre in meine Körperspannung hinein und konzentriere mich auf meine Atmung. Die Last der Vergangenheit fällt von mir ab und ich versuche, die Angst vor der Zukunft loszulassen. Die Gedanken, die mich beschäftigen und die hin und wieder aufpoppen nehme ich bewusst an, möchte ihnen aber nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Einatmen - Ausatmen. Ich spüre den Waldboden unter meinen Füßen und lege den Fokus auf die Ausführung der einzelnen Übungen.
 

Platz und Raum für Neues im Leben schaffen

Bei der stehenden Vorwärtsbeuge nutze ich die Gelegenheit, um mich an dem riesigen Lärchenbaum festzuhalten, in dessen Schatten die Yoga-Station errichtet wurde. Ich spüre dabei nicht nur die Dehnung meiner Beinrückseiten, sondern auch die Ruhe, die dieser Baum und dieser Ort ausstrahlen. Ein Gefühl tiefster Zufriedenheit durchströmt dabei meinen Körper. Im Laufe der restlichen Übungen empfinde ich immer mehr Leichtigkeit und Freiheit in mir. Dabei wird das Bedürfnis in mir wach, negative Dinge und Gefühle hinter mir zu lassen. Stattdessen nehme ich die Gerüche wahr, die in der Luft liegen.
© Anita Janesch / Lärche 

Heilende Kräuter am Wegesrand

Es duftet nach Bergsommer, würziger Alpenluft und den vielen Bergkräutern, die den Weg entlang des Mountain Yoga Trails säumen. An der vorletzten Station praktiziere ich meine Lieblings-Yoga-Haltung. Im “Herabschauenden Hund” spüre ich die wohltuende Dehnung meines Rückens. In dem Moment passiert Biosphärenpark-Ranger Jonathan meinen Weg. Wir kommen ins Gespräch und sind uns darüber einig, dass der Mountain Yoga Trail sich wunderbar in den Biosphärenpark einfügt und hier ein ganz besonderes Natur-Erlebnis geschaffen wurde. Jonathan zeigt mir auch viele Blumen, Heilkräuter und Pflanzen, die am Wegesrand zu finden sind und nachweislich auch eine beruhigende Wirkung auf uns Menschen haben.

Wir finden Wacholder, der mitten in der Bergwiese wächst. Diese Pflanze ist seit jeher für ihre beruhigende Wirkung bekannt und wird nicht nur zur Gin-Herstellung eingesetzt. Des weiteren erspähen wir auch noch Johanniskraut. Das Öl dieser vielseitigen Pflanze wird vor allem gegen Depressionen und bei geistiger Erschöpfung eingesetzt. Ebenso finde ich Schafgarbe. Jonathan erklärt mir, dass den Blättern der Schafgarbe eine blutstillende und wundheilende Wirkung nachgesagt wird. Die Blüten können als Tee bei Verdauungsproblemen sehr wirksam sein.
 
Ich erkläre Jonathan, dass ich den Kopfstand bei der vorletzten Station auslassen muss, da ich weiß, dass ich dafür noch nicht bereit und geübt genug bin. Denn so ist das im Yoga: Alles kann - nichts muss man machen. Jonathan grinst mich verschmitzt an, nimmt seinen Ranger-Hut ab und führt mir spontan einen gelungenen Kopfstand vor. So ist das im Biosphärenpark Nockberge. Man trifft Menschen, die im Einklang mit der Natur leben und auch persönlich die richtige Balance im Leben gefunden haben, um auch ab und zu auf dem Kopf stehen können.
 

Meditation - ein Schritt zur Glückseligkeit

Ich verabschiede mich von Jonathan und steuere auf die Station zehn zu. Hier wurde ein Ort geschaffen, der alle Chakren (Energiezentren des Körpers) des Mountain Yoga Trails vereint und für eine stille Meditation gemacht wurde. Das Meditieren gilt seit Jahrtausenden als wirkungsvollste Praxis, um den Geist zu beruhigen und uns mit der Natur zu verbinden. Jede vollständige Yoga-Praxis sollte neben den Asanas auch immer einen abschließenden Teil der Entspannung und Meditation beinhalten.
Der Felsendom wurde liebevoll mit bunten Elementen gestaltet und kann so zu einem ganz besonderen Ort werden, an dem Stresshormone abgebaut und Glückshormone ausgeschüttet werden. Auf diese Tiefenentspannung am Ende der Yoga-Praxis muss man sich ein wenig einlassen. Es ist normal, dabei anfangs auf inneren Widerstand zu treffen. Dieser ist auch ein Zeichen dafür, dass sich Blockaden lösen. Ziel sollte es jedoch sein, seinen eigenen unruhigen und flatterhaften Geist zu erden und zur Ruhe zu bringen.
Im Felsendom verweile ich mit geschlossenen Augen für dreißig Atemzüge lang im Schneidersitz und richte den Fokus auf mein Inneres. Ich bin dankbar für die Yoga-Praxis, die ich mir selbst heute hier in dieser wunderschönen Bergwelt geschenkt habe. Ich verneige mich vor der Schönheit der Natur und der Kraft, die ich hier im Biosphärenpark Nockberge heute daraus geschöpft habe. Namasté.
 
Bilder, Text & Video: Anita Janesch / August 2021

 

Autorenvorstellung: Anita Janesch

Ich arbeite im Marketing und Verkauf in einem Landtechnik-Fachbetrieb und betreibe nebenbei meinen Blog, weil ich hier meine Kreativität ausleben kann. In meiner Freizeit singe ich im Chor, liebe ich das Skifahren und Wandern, reise gerne und bin viel mit meinem Cabrio in Kärnten unterwegs.

Mein Lieblingsplatz in der Natur ist ein Berggipfel, den ich bei einer Jause genießen kann. Mein Lieblingsgericht aus der Kärntner Küche ist eine saure Kirchtagssuppe mit Reindling.

An Kärnten fasziniert mich am meisten das Leben im Dreiländereck: ein schneller Kaffee in Italien, eine leckere Cremeschnitte in Slowenien – von Kärnten aus ist das alles in kürzester Zeit möglich.

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