Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

Mauthner Klamm

Klammwanderung in der Mauthner Klamm

Nassfeld - Pressegger See | Lesachtal | Weissensee

Wilde Naturschönheit Mauthner Klamm

Wer im Hochsommer eine erfrischende Abkühlung sucht und nebenbei auch gleich eine atemberaubende Naturschönheit entdecken will, der ist bei einer spektakulären Klammwanderung durch die wilde Mauthner Klamm in der Karnischen Region definitiv an der richtigen Adresse.

Idyllisch liegt das Waldbad Mauthen an den Rand eines Berghanges geschmiegt. Hier treffe ich gleich auf Wanderführerin Simone Huber, die mir heute ein ganz besonderes Schmankerl der Natur zeigen möchte – die Mauthner Klamm.

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 Empfang der Natur: Das Felsentor
© Sabine Ertl / Empfang der Natur: Das Felsentor
Auf die Minute genau biegt die sympathische Einheimische um die Kurve, Hände werden geschüttelt, die Helme zur Sicherheit für die Klamm ausgeteilt und schon kann es losgehen. Den Weg in die Klamm markiert ein rund vier Meter hohes Felsentor aus Kalkgestein – ein wahrlich imposanter Begrüßungsplatz der Natur.
Simone selbst kennt die Schlucht in- und auswendig:
„Wir sind hier schon als Kinder barfuß herumgeturnt, es ist einfach ein wundervoller Ort!“
Davon kann ich mich gleich selbst überzeugen, über Hängebrücken, felsige Steige und malerische Uferplätze geht es immer tiefer in die Klamm hinein. Links und rechts ragen hohe Felswände empor.
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© Sabine Ertl / Plattiges Kalkgestein - typisch für die Schlucht

Zeitreise in das Tertiär

Diese sogenannten Bänderkalke, in die der Valentinbach rund 80 Meter tief eingeschnitten ist, haben ihren Ursprung übrigens im mittleren Tertiär, wie Simone berichtet: „Sie sind das Ergebnis einer relativ jungen Metamorphose und Tektonik, die am Nordrand der Karnischen Alpen vor rund 13 bis 18 Millionen Jahren wirksam war und zum heutigen Erscheinungsbild der Klamm führte.“
Und es geht zeitlich noch weiter zurück, denn das Ausgangsgestein wurde vermutlich schon im mittleren Erdalterum (Devon) gebildet. Beeindruckt von dieser Macht der Natur und deren Beständigkeit wandern wir weiter. Unter uns glitzert das türkise, klare Wasser des Valentinbachs, über uns blinzeln immer wieder vereinzelte Sonnenstrahlen in die Schlucht hinein. Magisch, mystisch, Mauthner Klamm eben.

Auf zur Finsternis

Wenig später geht es schließlich ans Eingemachte, Simone macht vor dem Ufer des Valentinbaches halt und grinst:
„So, nun müssen wir den Bach queren, da führt kein Weg daran vorbei.“
Auf meine leicht skeptische Frage, wie kalt denn das Wasser sei, kommt prompt die erfrischende Antwort: „Naja, wenn wir Glück haben, hat der Valentinbach um diese Jahreszeit schon 10 Grad.“ Also Zähne zusammenbeißen und rein ins kristallklare Nass.
Doch Überraschung: Das Wasser ist herrlich angenehm und so waten wir vergnügt durch den Bach, queren einige Felsblöcke, erreichen kurz das Ufer, um wenig später wieder ins knietiefe Wasser zu hüpfen. Die Klamm wird dabei immer spektakulärer, über uns ragen senkrechte, teils überhängende Wände empor, das Farbenspiel tut sein Übriges dazu: Mal leuchtend grün, mal tiefblau, mal golden durch die Sonne erleuchtet, hier kommt man schier aus dem Staunen und Schauen nicht heraus. Dann wird es plötzlich dunkel.
 „Wir erreichen nun die erste Finsternis“, erklärt Simone.
gewaltige Felsen der Mauthner Klamm
© Sabine Ertl / Über uns türmen sich gewaltige Felsen auf
Eng zusammenlaufende Felswände sperren das Tageslicht schier aus, geheimnisvoll hallt das Plätschern des Wassers die Felsen entlang. Nun wird schnell klar, warum der Helm zur eigenen Sicherheit hier im Dunkeln absolut notwendig ist. Etwas später erreichen wir einen weiteren finsteren Abschnitt um schlussendlich und am Ende unserer Klammwanderung jedoch wieder im lichtdurchfluteten, breiten Grabenabschnitt eine gemütliche Pause einzulegen.
„Hörst du das?“, fragt Simone, „diese Ruhe und Stille ist einfach magisch!“
Das stimmt, denke ich mir, so wie die gesamte Klamm selbst ein wahres Naturjuwel ist.
Absolut lecker: Die Loncium-Kräcker
© Sabine Ertl / Absolut lecker: Die Loncium-Kräcker

Köstliche Loncium Kräcker am Bachufer

Ein perfekter Platz, um genussvoll die Seele baumeln zu lassen. Simone zaubert dafür auch gleich was Köstliches aus ihrem Rucksack. Leckere Loncium-Kräcker – produziert von Slow Food Bäckermeister Thomas Matitz – geben Kraft für den Rückweg. Wer nun noch weiter durch die Klamm steigen will und wohlweislich ein Klettersteig-Set eingepackt hat, kann die Tour fortsetzen, ein Klettersteig der Kategorie C führt von hier bis zur Plöckenpass-Straße hinauf.

Richtiges Schuhwerk

Und als ein kleiner Tipp zum Schluss: Wer seine Wander- und Bergschuhe nicht komplett ertränken will und auf tageslanges Trocknen gut und gerne verzichten kann, der sollte sich einfach ein Paar Trekkingsandalen mit guter Profilsohle für die Bachquerungen in den Rucksack packen. Die sind federleicht, trocknen in wenigen Stunden und sorgen für erfrischende Erlebnisse im klaren Gebirgswasser. Und die nächste Bergtour ist somit ebenfalls gesichert.
Bilder und Text: Sabine Ertl / 18.07.2017

Autorenvorstellung: Sabine Ertl

Ich bin selbstständig mit meiner Werbeagentur Gedankenschmiede ... weil ... ich meinen kreativen Gedanken gerne freien Lauf lasse. Mit Wandern, Laufen, Reiten, Bergsteigen, Reisen und neue Wege entdecken verbringe ich meine Freizeit.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich die einzigartige Vielfalt verpackt in einer unvergleichbaren, bestechenden Schönheit. Das fasziniert mich an Kärnten am meisten: Der Süden spielt wirklich alle Stücke, man muss sich lediglich darauf einlassen. Ich für meinen Teil erlebe das jeden Tag aufs Neue – und das macht Kärnten für mich nun mal so einzigartig lebenswert.

 

Lieblingszitat: ... alle sagten: „Das geht nicht.“ Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht.

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