Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

Den Biosphärenpark Nockberge mit allen Sinnen genießen

In den Nockbergen

Kräuterwanderung im Biosphärenpark Nockberge

Schon einmal vom Goldpippau gehört? Nein? Um ehrlich zu sein, ich auch nicht. Aber Dank einer interessanten Kräuterwanderung im Biosphärenpark Nockberge weiß ich nun, dass Goldpippau zur Familie der Korbblüter gehört und wie viele andere Kräuter und Blumen in den Kärntner Nockbergen heimisch sind und diese auch in der Kärntner Küche liebevoll zu wahren Gaumenfreuden verarbeitet werden.

Es ist ein traumhafter Tag an dem ich mich mitten im Biosphärenpark Nockberge, der 2013 gegründet wurde, zur Kräuterwanderung einfinde. Der Biosphärenpark erstreckt sich über eine Fläche von knapp 500 km² und bietet seltenen Tieren und heilsamen Pflanzen einen wertvollen Lebensraum. Treffpunkt zur Kräuterwanderung ist das „Wohnzimmer der Kornockbahn“ auf der Turracher Höhe (1763 m) , eingerahmt von den ältesten und auch interessantesten Gebirgsformationen Europas, den Nockbergen, an der Landesgrenze zwischen Kärnten und der Steiermark.

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© Armin Reichmann
Den Namen haben die Nockberge von ihren gerundeten Bergen, in Kärnten liebevoll „Nocken“ genannt.  Neben mir sind auch noch neun weitere neugierige Wanderer, einige davon mit ihren Kindern, und ein quietschfideler Hund namens Flocki am vereinbarten Sammelplatz. Biosphärenpark-Rangerin Julia, die uns heute begleiten wird, freut sich sichtlich schon uns die Schönheit der Natur näher bringen zu dürfen. Und ich kann es kaum erwarten bis es losgeht.
© Armin Reichmann / Idyllisches Naturerlebnis

Der Weg der Kräuter

Julia stimmt uns kurz auf das duftende Abenteuer ein. Entspannt beginnt unsere Reise in die Welt der Kräuter und Blumen am Ufer des Turracher Sees. Nach wenigen Minuten tauchen wir in die Stille der Nockberge ein. Wir genießen die Ruhe und halten Ausschau nach Kräutern am Wegesrand. Es dauert nicht lange, da werden wir auch schon fündig und Julia philosophiert über die heilende Wirkung von Arnika, die als Tinktur bei kleineren Verletzungen, aber auch bei Gicht und Rheuma hilft. Gespannt hängen ich und der Rest der Gruppe an Julias Lippen als sie uns weitere nützliche Pflanzen wie den Frauenmantel zeigt und erklärt.
Wir wandern weiter in Richtung Grünsee, die Sonne strahlt vom Himmel und die Nadelbäume duften herrlich. Ich kann den See mit seiner tiefgrünen Farbe schon sehen. Er strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. Eine kurze Abkühlung im 18 Grad belebenden Bergsee würde mir gefallen, doch es geht schon wieder weiter auf unserer Tour.
Rangerin Julia verteilt „Kräutersackerl“, welche wir nach Lust und Laune mit Kräutern füllen. Am Ufer des Sees bleibt Julia vor einem riesigen Farn stehen und fragt in die Runde: „Wem fällt das Wandern manchmal schwer?“ Einige nicken sofort. Julia informiert, dass man sich beim Wandern einen Farn an den Rucksack stecken oder auch in die Schuhe geben kann, um die Wanderung zu erleichtern. Gesagt getan. Und tatsächlich – es geht leichter. Immer wieder bleiben wir an sonnigen Plätzen stehen und nehmen die intensiven Düfte der Kärntner Nockberge in uns auf. Zirben, Wacholder, wilder Thymian oder „Grantn“ (kärntnerisch für Preiselbeeren), es scheint so, als ob der Vielfalt hier keine Grenzen gesetzt sind.
© Armin Reichmann / Das hilfreiche Farn erleichtert die Wanderlast

Das Moor am Berg

Unser Weg führt uns zum Schwarzsee, dem letzten der drei Seen auf der Turracher Höhe. Er liegt inmitten des Moores und wird fast ausschließlich aus diesem gespeist, daher auch die dunkle Farbe und der Name. Der Boden ist sehr eisenhaltig, die Steine alle „rostig“ - rostrot. Durch den hohen Anteil an Eisen wirkt es als ob ein Ölteppich auf dem Wasser schwimmen würde.

Der letzte Teil der Wanderung führt uns durch das Moor und wieder hinunter zum Ausgangspunkt am Turracher See, vorbei an Ameisenhügeln und satten grünen Wiesen.
© Armin Reichmann / Alm Butler Ulrich genießt seinen Job sichtlich

Kulinarische Auszeit

Bewegung an frischer Luft macht hungrig. Zum Glück wartet an der Talstation der Panoramabahn schon Alm Butler Ulrich auf mich um mich zu einer Einkehr zu begleiten. Während der Auffahrt zur Panoramahütte „Almzeit“ erzählt er, dass es ihn, den Alm Butler seit mittlerweile drei Jahren gibt. Mit ihm kann man wandern oder auch ein Picknick in den Bergen genießen.
Bei der Bergstation angekommen finden wir rasch einen Platz in der Hütte, die vom Hotel Hochschober betrieben wird. Wir genießen die Spezialitäten des Hauses. „Mein“ Schweinsbraten, frisch zubereitet mit wildem Thymian, den ich auch schon auf der Kräuterwanderung kennen lernen dufte, zergeht regelrecht auf der Zunge.

1.600 m ins Tal hinab

Nach der köstlichen Stärkung suche ich gemeinsam mit Alm Butler Ulrich den Spielplatz „Nockys Almzeit“, der gleich an die Hütte anschließt, auf. Hier wird jedem Alter etwas geboten. Einladende Holzliegen und Schaukelstühle für die Erwachsenen und Klangspiele oder ein Wasserspielplatz für die Kinder.

Der krönende Abschluss dieses atemberaubenden Tages wartet allerdings noch auf mich. Mit dem „Nocky Flitzer“, der Alpen-Achterbahn sause ich von 2000m Seehöhe 1600 Meter ins Tal. Ein Erlebnis, das Sommer wie Winter in Anspruch genommen werden kann.
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© Armin Reichmann / Lasset die (Wasser-)Spiele beginnen: Nockys Almzeit Spielplatz
Goldpippau, Grantn oder auch wilden Thymian werde ich so schnell nicht vergessen. Die Wanderungen durch den großen Kräutergarten Biosphärenpark Nockberge und die köstlichen Schmankerln in der „Almzeit“ haben die Sehnsucht nach mehr entfacht – vielleicht schon bald bei einer Sonnenaufgangswanderung mit dem Alm Butler.

 
Bilder: Armin Reichmann und Turracher Höhe Marketing / Text: Armin Reichmann / 12.08.2015

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