Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

Senkrecht nach oben ...

Klettersteig am Falkert

In den Nockbergen

In der Senkrechten den Berg hinauf

Am Falkert locken Klettersteig und Boulderfelsen motivierte Kraxler an und als kulinarischen Abschluss darf man sich auch gleich im Fischfangen versuchen. Ein Genuss auf ganzer Linie.

Als sanft-hügelige Grasberge werden die Nockberge gerne in die Auslage gestellt. Dies ist auch soweit korrekt, wenn da nicht ein Berg die kleine aber feine Ausnahme bilden würde, beziehungsweise auch über eine schroffe Seite verfügt. Die Rede ist vom Falkert: An der Nordseite führt der Wanderweg über eine idyllische Bergwiese nach oben, die Südseite jedoch verfügt über eine beeindruckende Felswand, die Klettersteigfans wie mir ein wahres Leuchten in die Augen zaubert.

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© Sabine Ertl
Gemeinsam mit Lukas Köfer vom Tourismusverein Falkert geht es heute diesen Weg in der Senkrechten zum Gipfel hinauf. Der sogenannte Klettersteig Falken-Steig wird mit „D“ bewertet, Armkraft und etwas Erfahrung schaden also nicht, ein weiterer Klettersteig der leichteren Kategorie „B“ sei aber gerade in der Planungsphase, erzählt Lukas. Insgesamt sollte man eine gute Stunde für den Steig einplanen, den man über einen gemütlichen Wanderweg in rund 30 Minuten erreicht.
Rasch wird also der Helm aufgesetzt, der Gurt mit dem Klettersteigset angeschnallt und das Stahlseil mit beiden Händen fest umklammert. Gleich zu Beginn zeigt der Klettersteig, was er kann, eine steile, überdachte Verschneidung bildet den Einstieg. Diese Hürde gemeistert, kraxle ich weiter nach oben, immer begleitet vom stetigen Klacken der Karabiner.
Klettersteig am Falkert mit Blick auf den See
© Sabine Ertl / Blick von oben auf den Falkertsee
Die Blicke aus der Wand in die Tiefe, zum malerischen Falkertsee und den nahegelegenen Bergrücken sind dabei einfach grandios. Doch viel Zeit zum Schauen bleibt mir gerade nicht, denn nach einer guten Stunde im Fels nähern wir uns dem „luftigen“ Abschluss des Steiges, der Seilbrücke.

Lediglich das Stahlseil unter mir, setze ich vorsichtig einen Fuß vor den anderen und ein breites Grinsen zieht sich über mein Gesicht, als ich drüber hinweg bin: Ein unbeschreibliches Gefühl. Am Gipfel angekommen, genießen wir beide die Aussicht.
 
Der Falkert liegt übrigens mitten im Biosphärenpark Nockberge, einem Schutzgebiet, wo man den natürlichen und wertvollen Lebensraum für Mensch und Tier erhalten möchte und wo Wirtschaft und Tradition noch im Einklang miteinander verbunden sind. Das merken wir hier auch auf Schritt und Tritt, während es wenig später zwischen friedlich grasenden Kühen über das Sonntagstal zurück zum Falkertsee geht.
Entlang des Weges befinden sich auch einige, größere Felsen, die als Boulderbereich ausgeschildert sind. Bouldern ist im Gegensatz zum Klettersteig, das Klettern ohne Seil und Gurt an größeren Felsblöcken in Absprunghöhe. Praktisch, dass davon in der genügend vorzufinden sind, welche sich vom eigentlichen Felsen im Berg über die Jahre hinweg gelöst haben. 
Aber auch die Jüngsten kommen nicht zu kurz, wie mir Lukas berichtet, denn für die kleinen Kletterfans gibt es am See einen Kinderklettersteig zum Üben mit einer 100 Meter langen Seilrutsche.
Am Teich wird freudig geangelt
© Sabine Ertl / Hier wird der Fisch selbst gefangen ...

Petri Heil im Erlebnispark


Wieder zurück vom Gipfel wartet auf mich gleich die nächste Herausforderung. Denn im Heidi-Alm Erlebnispark, wo über 100 Figuren aus der berühmten Heidi-Serie zu Hause sind, kann man sich zum Abendessen gegen eine kleine Gebühr von 10 Euro seinen eigenen Fisch fangen. Und so geht es ausgerüstet mit Angelrute und Ködermaterial zum Teich, wo sich die zahlreichen Forellen im frischen Gebirgswasser tummeln.
Leicht unbeholfen mache ich mich als Angelneuling an den Versuch, den Maisköder korrekt am Haken zu platzieren. Aber Lukas ist gleich zu Stelle und hilft mir, die Rute schlussendlich auch ohne zu verheddern ins Wasser zu werfen.

Nach einigen Minuten bangen Wartens bewegt sich doch tatsächlich die Angelschnur, ein Fisch ist am Haken! Aufgeregt fischen wir diesen gemeinsam heraus. Lukas schnappt sich den frischen Fang sofort und verschwindet damit schnurstracks in die Küche der angrenzenden, urigen Falkert-Seehütte. Frisch herausgebraten auf zerlassener Butter und mit Petersilkartoffel garniert, kann ich die Forelle später am Nachmittag genussvoll auf der Sonnenterrasse der Hütte direkt am Falkertsee genießen. Regionaler und frischer geht’s wohl kaum.
Heidi Alm am See
© Sabine Ertl / Heidi-Alm Erlebnispark
Tipp
Der Heidi-Alm Erlebnispark ist für Besitzer der Kärnten Card übrigens gratis zu besichtigen, ansonsten kostet der Eintritt für Erwachsene 8 Euro, für Kinder ab 3 bis 14 Jahren 4 Euro.

Die frische, gesunde Bergluft, das Abenteuer Klettern, kombiniert mit dem Thema Heidi, macht den Falkert für mich somit zu einem ganz besonderen, abwechslungsreichen Ausflugsziel für die ganze Familie.
Um Klettersteig und Bouldergarten ausgiebig erkunden zu können, empfiehlt sich das geführte Sommerprogramm „Kletterbare Nockberge: Klettersteigerlebnis für die ganze Familie am Heidi-Alm BergResort - Falkert.“

Nähere Informationen dazu unter www.heidialm.at und unter der Telefonnummer 0043-04275-7222.
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© Sabine Ertl / Klettersteige – Schwierigkeitsbewertung

Klettersteig Schwierigkeitsskala

A = Leicht Oft eine Wanderung, die an exponierten Stellen mit Stahlseilsicherung versichert ist.
B = mäßig schwierig Schwierig Steileres Felsgelände mit Trittstiften, Stahlseilen und Ketten. Leitern und Seilbrücken erfordern etwas Geschicklichkeit, einige Stellen verlangen gewisse Armkraft
C = schwierig Steiles, bis sehr steiles Felsgelände mit längeren, senkrechten Passagen. Trittstifte und Klammern haben breitere Abstände und erfordern Kraft.
D = sehr schwierig Fast durchgehend senkrechter Fels, wenig Rastpunkte. Oft nur Drahtseil, Trittstifte und Eisenklammern. Komplexe Klettertechniken und Bewegungsabläufe erforderlich sowie Kraft. Kurze Karabinerschlinge zum Rasten von Vorteil.
E = extrem schwierig Lange Passagen im senkrechten, glatten Fels nur mit Sicherungsseil und große Überhänge mit Trittstiften und Klammern. Sehr Kraft raubend, nur von sehr gut trainierten Klettersteiggehern begehbar.
(Quelle: Klettersteigführer Österreich, Axel Jentzsch-Rabl, Andreas Jentzsch und Dieter Wissekal, Alpinverlag)

Bilder und Text: Sabine Ertl / 27. Mai 2015

Autorenvorstellung: Sabine Ertl

Ich bin selbstständig mit meiner Werbeagentur Gedankenschmiede ... weil ... ich meinen kreativen Gedanken gerne freien Lauf lasse. Mit Wandern, Laufen, Reiten, Bergsteigen, Reisen und neue Wege entdecken verbringe ich meine Freizeit.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich die einzigartige Vielfalt verpackt in einer unvergleichbaren, bestechenden Schönheit. Das fasziniert mich an Kärnten am meisten: Der Süden spielt wirklich alle Stücke, man muss sich lediglich darauf einlassen. Ich für meinen Teil erlebe das jeden Tag aufs Neue – und das macht Kärnten für mich nun mal so einzigartig lebenswert.

 

Lieblingszitat: ... alle sagten: „Das geht nicht.“ Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht.

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