Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

Berglust auf der Südseite der Alpen Nationalparkregion Hohe Tauern

Fraßspuren

Bad Kleinkirchheim

Die Geheimnisse des Bergwaldes entdecken

Einen Vormittag lang kehre ich zurück in meine Kindheit, wo wir als Dorfkinder nur draußen gespielt haben um Wälder und Wiesen der Umgebung unsicher zu machen. Wir sind erst heimgekommen, als es dunkel wurde und gänzlich ohne Tablets, Videospielen oder Smartphones ausgekommen. Stattdessen haben wir uns mit dem beschäftigt, was die Natur zu bieten hatte. Dabei wurde viel entdeckt und erforscht. Wer heute mit seinen Kindern das Ökosystem des Bergwaldes mit all seinen Geheimnissen kennenlernen will, der kann sich mit den Biosphärenpark Rangern in den Nockbergen auf Entdeckungsreise in den Bergwald begeben.

Es ist Spätherbst und der wolkenverhangene Himmel über den Nockbergen kündigt einen Wetterumschwung an. Die Temperaturen sind heute deutlich kühler, als noch vor ein paar Tagen, wo uns ein goldener Herbst so viele traumhafte Tage für Wanderungen hier in Kärnten beschert hat.

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© Anita Janesch / Wir durchwandern auf unserer Entdeckung im Bergwald St. Oswald
Ich treffe mich mit Biosphärenpark Ranger Markus bei der Talstation der Biosphärenparkbahn Brunnach. Heute wollen wir beide gemeinsam mit einer weiteren motivierten Mitstreiterin das Ökosystem Wald erforschen. Wir machen uns auf, die Geheimnisse des Bergwaldes zu entdecken. So marschieren wir von der Talstation einmal querfeldein in den Wald oberhalb von St. Oswald.
Markus klärt uns über das sensible Ökosystem des Waldes auf. Denn dieser besteht nicht nur aus einer Summe von Bäumen. Es ist ein komplexer Lebensraum von Pflanzen, Pilzen und Tieren, der im Biosphärenpark einen besonderen Schutz genießt. Hier ist es die Hauptaufgabe, diese wertvolle Kulturlandschaft zu schützen und im Einklang mit der Natur zu leben.
Das Ökosystem Wald
© Anita Janesch / Der Wald verfügt über ein sensibles Ökosystem
Er zeigt uns, wie einfallsreich Bäume, Moose und Flechten sein können, wenn sie sich durch Flugsamen vermehren und in kleinen Ritzen, Felsvorsprüngen und kargen Böden Wurzeln schlagen können. Markus erklärt uns, wie der Baumstumpf von gefällten Bäumen wieder zum Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen werden kann. Wir entdecken auf unserer Wanderung durch den Wald Nisthöhlen vom Specht und Eichhörnchen, die an Bäumen bei uns vorbeihuschen. Markus klärt uns über die unterschiedlichen Fraßspuren an Zapfen auf, an denen man sofort erkennen kann, welches Tier sich hier zu schaffen gemacht hat.

Baumharz - das Pech, das eigentlich nur Glück bringt

Wir kommen an einem Baum vorbei, auf dem sich große Pechpfropfen gebildet haben. Unser Ranger zückt sein Taschenmesser und löst kleine Klümpchen für uns. Diese verströmen sofort den typisch harzigen Geruch. Markus erklärt uns, dass Kaupech der natürlichste Kaugummi der Welt ist. Er kommt ohne Erdöl, künstliche Süßstoffe oder sonstigen schädlichen Zusatzstoffen aus. So kannst du dir das Baumharz also getrost in den Mund stecken und versuchen, es zu kauen bis es weich ist. Der Anfangs etwas bittere Geschmack verflüchtigt sich dann nach kurzer Zeit. Dieser Kaugummi soll auch durchwegs positive Nebenwirkungen haben und gegen Mundgeruch hilfreich sein.
Dass das Harz von den Bäumen auch eine antibakterielle Wirkung hat, beweisen uns auch die Waldameisen. Wir stehen vor einem riesigen Ameisenhügel und Markus erklärt uns, was es mit den Harzklumpen auf sich hat, die auf dem Hügel zu erkennen sind. Die kleinen intelligenten Waldtiere sammeln eifrig das Pech, um sich gegen Krankheitserreger zu schützen. Sie legen die Klumpen ab, und benutzen sie als Fußabstreifer vor den Eingängen.

Trittspuren und Algen entdecken und danach Zirbensackerln basteln

Markus ist nicht nur ein hervorragender Geschichtenerzähler, er teilt auch sein unglaubliches Wissen über das Ökosystem des Waldes mit uns. So erklärt er uns, was es mit den Jahresringen der Bäume genau auf sich hat und zeigt uns, wie wir Trittspuren vom Wild erkennen.
Jahresringe der Bäume
© Anita Janesch / Wir werfen einen genauen Blick auf die Jahresringe der Bäume
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© Anita Janesch / Sieht aus wie rostiger Schlamm, sind aber in Wirklichkeit Algen
Die erstaunlichste Entdeckung für uns sind Algen, die wir als solche weder erkannt noch bewusst wahrgenommen hätten. Der rostfarbene „Schlamm“ in den Wäldern des Biosphärenparks ist nämlich eine Algenform, die hier aus dem Boden quillt.
Nach mehreren Stunden im Wald und in der Natur treffen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung ein. Hier wartet noch eine kleine Überraschung auf uns. Gemeinsam mit unserem Ranger basteln wir ein Zirbenduftsäckchen, das jeder von uns mit nach Hause nehmen darf. Gefüllt ist dieses mit herrlich duftenden Zirbenspänen aus der Region, die mit etwas Zirbenöl beträufelt werden. Geschmückt werden die Sackerln mit Ästen, die wir während unserer Wanderung gesammelt haben. Dieses Souvenir dürfen wir als Erinnerung an ganz besondere Stunden im Biosphärenpark Nockberge mit nach Hause nehmen.
Bilder, Text und Video: Anita Janesch / Januar 2019

Autorenvorstellung: Anita Janesch

Ich arbeite im Marketing und Verkauf in einem Landtechnik-Fachbetrieb und betreibe nebenbei meinen Blog, weil ich hier meine Kreativität ausleben kann. In meiner Freizeit singe ich im Chor, liebe ich das Skifahren und Wandern, reise gerne und bin viel mit meinem Cabrio in Kärnten unterwegs.

Mein Lieblingsplatz in der Natur ist ein Berggipfel, den ich bei einer Jause genießen kann. Mein Lieblingsgericht aus der Kärntner Küche ist eine saure Kirchtagssuppe mit Reindling.

An Kärnten fasziniert mich am meisten das Leben im Dreiländereck: ein schneller Kaffee in Italien, eine leckere Cremeschnitte in Slowenien – von Kärnten aus ist das alles in kürzester Zeit möglich.

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