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Die Briccius Legende

Die Briccius Kapelle

Alpe-Adria-Trail

Die Briccius Legende

Was macht ein dänischer Berufssoldat im Jahr 914 am Fuße des Großglockners? Warum heißt das dortige Dorf Heiligenblut? Und was verbirgt sich für ein Geheimnis in der Pfarrkirche St. Vinzenz? Alle diese Fragen führen auf die Spuren eines Mannes zurück: Briccius.

Wer die erste Etappe des Alpe-Adria-Trails entlang wandert, wird neben der Kaiser Franz Josefs Höhe, dem Pasterzengletscher und der beeindruckenden Großglockner Hochalpenstraße noch eine andere Geschichte finden, die sprichwörtlich am Wegesrand liegt. Die Legende um Briccius, einen dänischen Berufssoldaten, der die Geschichte des Dorfes Heiligenblut maßgeblich mitgestaltet hat, wenn auch nicht unbedingt gewollt.

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Erfolgreicher Feldherr

Briccius war der Legende zufolge ein dänischer Berufssoldat, der dem byzantinischen Kaiser Leo in Konstantinopel diente. Als erfolgreicher Feldherr erreichte ihn dort die Nachricht, dass sein Vater zu Hause im Sterben lag und er quittierte seinen Dienst beim Kaiser. Dieser gab ihm als Dank für seine treuen Dienste ein Fläschchen mit besonders wertvollem Inhalt für den Gläubigen mit.
Die Briccius Kapelle
© Sabine Weyrer / Die Briccius Kapelle
Ein Heide soll der Geschichte nach mit einem Messer ein Kruzifix durchstochen haben, aus dem sogleich Blut zu fließen begann. Der Kaiser ließ das heilige Blut in ein Gläschen fassen. Mit diesem wertvollen Geschenk trat Briccius den weiten Weg in den Norden an.
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© Sabine Weyrer / An diesem Ort fand Briccius seinen Tod

Auf der Flucht

Doch die Gutmütigkeit des Kaisers war nur vorgetäuscht, seine Krieger traten alsbald die Verfolgung an, um das wertvolle Relikt wieder zu erlangen. Den alten Säumerpfaden folgend, stets in Eile, um den Verfolgern zu entkommen, suchte Briccius den Übergang nach Salzburg durch das Mölltal und über die niedere Pfandlscharte. Das Fläschchen verbarg er laut der Erzählung, indem er sich in der rechten Wade eine tiefe Schnittwunde zufügte und es dort einnähte. Kurz nachdem er das heutige Dorf Heiligenblut hinter sich gelassen hatte, zog ein tosender Sturm auf und Briccius wurde von einer Lawine verschüttet.
Ausblicke auf Heiligenblut
© Sabine Weyrer / Ausblicke auf Heiligenblut

Von grünen Ährenzweigen und sturen Ochsen

Fleißige Bergbauern waren es schließlich, die auf ihrem Weg hinauf zu ihren Almen an just jener Stelle, wo Briccius verschüttet worden war, drei frische Ährenzweige fanden, die aus dem Schnee ragten. Man begann mit Grabungen und fand den Leichnam. Mit einem Ochsenkarren wurde dieser ins Dorf gebracht. Genau an jenem Punkt, wo die heutige Pfarrkirche steht, machten die Tiere plötzliche keinen Schritt mehr nach vorne, geschweige denn zurück. Genau an dieser Stelle wurde Briccius begraben.
Am nächsten Tag jedoch geschah das Unglaubliche: Die rechte Wade des Toten ragte aus dem Grabe hervor. Man entdeckte die Wunde und das darin verborgene Fläschchen mit dem heiligen Blut sowie die Urkunde, welche um die Brust gebunden war und Auskunft über den Schatz gab. So erhielt der Ort den Namen Heiligenblut und die Kirche wurde 1491 direkt an jener Stelle errichtet, wo Briccius begraben liegt.
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© Sabine Weyrer / Der Hochaltar der Pfarrkirche in Heiligenblut

Heilsames Wasser

Heute kann in der dem Heiligen Vinzenz von Saragossa geweihten Kirche das heilige Blut besichtigt werden. Links vom Hochaltar erhebt sich eine prächtige Säule. Dort, gut verwahrt, befindet sich in eine Monstranz eingefasst, das wundersame Fläschchen. In der darunterliegenden Krypta fand Briccius letztlich seine ewige Ruhe. An dem Ort, wo ihn die Lawine in den Tod riss, errichtete man die Briccius-Kapelle. Dem Wasser, welches dort fließt, werden seit jeher besondere Heilkräfte nachgesagt. So sollten alle Wanderer, die dort vorbeiziehen, ihre Augen mit dem Wasser benetzen, da es der Sage nach gegen Augenleiden hilft. Und sollte die besagte Wirkung doch nicht eintreten, so ist es immerhin eine herrliche Erfrischung.

Goldabbau in Heilgenblut

Wer den Hochaltar der Pfarrkirche St. Vinzenz in Heiligenblut bestaunt, hat zudem echtes Tauerngold vor sich. Schon um etwa 400 vor Christus suchten die Kelten nach dem besagten Gold, erste urkundliche Daten über die Goldgewinnung gab es erst seit 1476 im Bergraidbuch von Großkirchheim.
 
Das kleine Fläschchen um das sich die Legende rankt
© Sabine Weyrer / Magisch: Das kleine Fläschchen, um das sich die Legende rankt
Rückblicke
© Sabine Weyrer / Rückblicke
Tipp

Unterwegs am Alpe-Adria-Trail

Die erste Etappe des Alpe-Adria-Trails führt direkt an der Briccius Kapelle vorbei. Eine Besichtigung derer sowie der Pfarrkirche in Heiligenblut lege ich Wanderern wärmstens ans Herz.
Ebenso die Buchung der Trail-Reise über das Alpe-Adria-Trail Buchungscenter, denn der Service spricht für sich: Gepäcktransfer, Guiding sowie Mobilitätsservice, denn die grüne Anreise mit der Bahn nach Mallnitz kann dank bestens funktionierendem Bahnhofshuttle gleich zum ersten Kennenlernen der Region dank der Kenntnisse des Fahrers genutzt werden. Geheimtipps, Wetterprognosen und vielleicht etwas Wanderlatein inklusive. Weiters ist man am Trail zwar frei, was Geschwindigkeit und Zeitmanagement betrifft, durch die Trail Angels Service Hotline hat man jedoch, für den Fall der Fälle, täglich 12 Stunden lang einen „one-call-away“ Schutzengel dabei.

Infos:
www.bookyourtrail.com
www.alpe-adria-trail.com
www.trail-angels.com

 

Etappe 1 I Alpe-Adria-Trail

Gehzeit: 5,5 Stunden
Länge: 13,1 Kilometer
Aufstieg: 173 Meter
Abstieg: 1.267 Meter

Bilder, Text und Video: Sabine Weyrer / 31.07.2018

Autorenvorstellung: Sabine Weyrer

Ich bin selbstständig mit meiner Werbeagentur Gedankenschmiede ... weil ... ich meinen kreativen Gedanken gerne freien Lauf lasse. Mit Wandern, Laufen, Reiten, Bergsteigen, Reisen und neue Wege entdecken verbringe ich meine Freizeit.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich die einzigartige Vielfalt verpackt in einer unvergleichbaren, bestechenden Schönheit. Das fasziniert mich an Kärnten am meisten: Der Süden spielt wirklich alle Stücke, man muss sich lediglich darauf einlassen. Ich für meinen Teil erlebe das jeden Tag aufs Neue – und das macht Kärnten für mich nun mal so einzigartig lebenswert.

 

Lieblingszitat: ... alle sagten: „Das geht nicht.“ Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht.

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