Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

Köstliches Eck Kärntens

Gailtaler Spezialitäten warten zum Verkosten

 Nassfeld - Pressegger See | Lesachtal | Weissensee

Darf es noch eine Extraportion Regionalität sein?

Warum es im Gailtal und rund um den Weissensee hervorragende kulinarische Leckerbissen zu verkosten gibt, diese Antwort fand ich bei den dort lebenden Menschen.

Denn die stehen hinter jedem ihrer Produkte und stecken all ihr Herzblut in die Herstellung. Und das schmeckt man. Besonders nach einer Wanderung in der herrlichen Naturlandschaft des Gailtals kann man sich die regionalen Produkte wahrlich auf der Zunge zergehen lassen.

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5-Sterne Kuhstall mit Online-Hofladen

Schon mal von einem 5-Sterne Kuhstall gehört? Nein? Ich auch nicht. Zumindest nicht, bis ich auf meiner kulinarischen Reise beim Erlebnisbauernhof Gailtalbauer in Kirchbach eingekehrt bin. Denn dort sind die 77 beheimateten Rinder quasi auf Wolken gebettet. Nun ja, vielleicht nicht ganz, aber der große Sägespannteppich, auf dem die Tiere entspannt wiederkäuen, ist sicherlich nicht weniger schlecht.
Geschäftsführer des Erlebnisbauernhofs Gailtalbauer in Kirchbach
© Sabine Ertl / Die Geschäftsführer Hannes Dollinger und Christof Wassertheurer
Generell achtet man hier penibel darauf, dass es den Tieren an nichts fehlt, erklärt Hannes Dollinger, der uns durch die Anlage führt. Und so hat die Kuh auch ihr ganz eigenes Zeitmanagement und darf selbst entscheiden, wann sie gemolken werden will und wann eben nicht. Das funktioniert problemlos mit einer komplett automatisierten Melkanlage.
„Alle sechseinhalb Stunden darf gemolken werden. Bevor das Euter zu schmerzen beginnt, sind die Tiere selbst schlau genug und gehen zur Melkanlage, vor allem weil es dort auch Kraftfutter, quasi als Lockmittel, zu fressen gibt“, erklärt Dollinger.
Bis zu 800 Liter Milch werden täglich gemolken, dieses weiße Gold fließt dann schnurstracks in die Käseverarbeitung. Daraus entstehen die unterschiedlichsten Sorten, angefangen vom Schnittkäse bis hin zum würzigen Weißschimmelkäse. Ein wahrer Gaumenschmaus, den ich anschließend bei einer Verkostung im Hofladen erleben darf.
 
Für den dazugehörigen Gailtaler Speck werden die Schweine am Hof schonend groß gezogen, gerade der Faktor Zeit spielt bei der Qualität eine wichtige Rolle, denn nur daran und an der hochwertigen Fütterung erreiche man laut Dollinger ein sehr feines Ergebnis. Der Erlebnisbauernhof Gailtalbauer wurde vergangenen Sommer eröffnet und bietet gerade für Familien ein abwechslungsreiches Ausflugsziel. Während die Eltern sich an den kulinarischen Köstlichkeiten erfreuen, können die Kleinen auf dem Hof herumtoben, beim Streichelzoo vorbeischauen, einen Blick in die Schaukäserei werfen und nebenbei ganz spielerisch lernen, wie das Essen eigentlich auf den Teller kommt und woher.
© Sabine Ertl / Speck und Käse im Online-Hofladen bestellen
Tipp

Besonders praktisch

Wer, so wie ich, nach dem Genuss der regionalen Produkte, zu Hause Fernweh nach eben diesen bekommt, der kann mühelos im Online-Hofladen die gewünschten Köstlichkeiten bestellen.

Hier geht's zum Online-Hofladen

Qualitätskriterien

Wer beim Gailtaler Speck auf die Bezeichnung g.g.A., und beim Gailtaler Almkäse auf g.U. trifft, muss sich nicht wundern: g.g.A. bedeutet geschützt, geographische Angabe. Das Schwein muss also aus dem Gailtal stammen. g.U. heißt geschützte Ursprungsbezeichnung. Damit ist gemeint, dass man der Gailtaler Almkäse nur auf den Käsereien der Almen hergestellt werden darf, sonst nirgends. Am besten beobachten kann man diesen Vorgang auf der Schaukäserei der Tressdorfer Alm.
Öffnungszeiten:
Im Sommer täglich von 10 bis 17 Uhr, Hofführungen mehrmals täglich
 
Internet:
www.gailtalbauer.at
Der Erlebnisbauernhof Gailtalbauer
© Sabine Ertl / Erlebnisbauernhof Gailtalbauer

Köstliches Eck Kärntens

Rund 15 Kilometer weiter westlich wartet am Ende des Gailtals das „köstlichste Eck Kärntens“. Warum der Ort Kötschach-Mauthen diesen Beinamen erhalten hat, erklärt sich mir bei einem ausgedehnten Besuch. Denn fast wie ein kleines, gallisches Dorf haben sich hier Verfechter der Regionalität und der Nachhaltigkeit zusammengefunden. Oder besser gesagt acht Dickköpfe, wie Edelgreissler Herwig Ertl sich und die anderen bezeichnet. Beim ihm erhalte ich auch gleich einen Rund-Um Einblick in den kulinarischen Warenkorb aus dem gesamten Alpe-Adria Raum.
 
So gibt es bei einer Verkostung (ab 20 Euro, Anmeldung erbeten) in dem Spezialitätengeschäft der Edelgreisslerei beispielsweise Schafskäse von Nuart aus Südkärnten mit kandierter Zitrone, überzogen mit einem Weinessig von Josko Sirk aus Italien, passend dazu ein Schluck vom slowenischen, schwefelfreien Naturwein. Wie man auf solche ausgefallene Kreationen kommt, beantwortet Mitarbeiterin Monika in einem Wort: „Ausprobieren“. Eine Verkostung kann ich übrigens wärmstens empfehlen, einfach himmlisch. Auch die „Dickköpfe“ kann man neuerdings verkosten, in Form von Pralinen, frei nach dem Motto „Pralinen zum Zerkugeln“.
Maronicreme auf Apfel, „gespritzt“ mit etwas Zimtöl
© Sabine Ertl / Maronicreme auf Apfel, „gespritzt“ mit etwas Zimtöl
Öffnungszeiten:
Mo bis Fr 9:00-12:15 Uhr und 14:30-18:00 Uhr
Sa 9:00-12:00 Uhr
 
Internet:
www.herwig-ertl.at

Hopfen + Malz + Quellwasser + Hefe = Loncium Bier

Das mit dem Ausprobieren hat sich wohl auch Alois Planner von der Privatbrauerei Loncium gedacht. Denn er hat vor rund 15 Jahren einfach in Omas Suppentopf begonnen, Bier zu brauen. Was zuerst als Hobby gedacht war, präsentiert sich heute als ausgereiftes Geschäftsmodell mit stetig neuen Investitionen und vielfachen Auszeichnungen, unter anderem Gold bei der World Beer Challenge 2012. Gemeinsam mit Klaus Feistritzer widmet er sich nun hauptberuflich dem Gerstensaft und das mit vollem Einsatz. Während der Besichtigung wird klar: Hier wird auf das Spezielle wert gelegt.
Alois Planner ist als Bierbrauer absoluter Quereinsteiger
© Sabine Ertl / Alois Planner ist als Bierbrauer absoluter Quereinsteiger
Aus 15 unterschiedlichen Malzsorten werden klingende Namen wie die „Gailtaler Weisse“, „Schwarze Gams“ oder „Loncium Royal Dark“ gebraut. Auch der Weg zum Biobier ist nicht mehr weit, derzeit arbeitet man an der Zertifizierung. Der Name Loncium kommt übrigens aus dem Römischen, denn so wurde der Ort Mauthen in der Römerzeit genannt.
Ja und was trinkt der Braumeister selbst am liebsten? „Im Sommer gerne die helleren Biere, im Winter die kräftigeren, dunkleren Sorten.“ Na dann Prost, Alois.

„Kaffee rösten riecht wie Brot backen“

Im Cafè San Giusto braut sich Helmut Thurner auch so einiges, nämlich seinen eigenen Kaffee. „Wein und Bier werden ausgeschenkt, Kaffee wird dahingehend zubereitet“, erklärt er mir dabei mit ernster Miene.
Denn „Kaffee ist ja nicht gleich Kaffee.“ Und überhaupt: „50 Prozent der Kaffeezubereitung hängen allein von demjenigen ab, der ihn macht.“
Diese ganz eigene Wissenschaft der Barista erklärt Helmut auf meinen fragenden Blick hin gleich im Detail: „Da kommt es darauf an, in welcher Stärke die Bohnen gemahlen werden, die Milde muss korrekt eingestellt sein, die Temperatur spielt eine entscheidende Rolle, die Milch darf ja nicht zu heiß werden, denn das verbrennt die Aromen. Zucker und Kekse braucht man ohnehin nur dann, wenn man den verbrennten Geschmack schmälern muss. Und bloß nicht auf die gründliche Reinigung der Maschinen nach jedem Kaffee vergessen.“
 
Pfuh, da gibt’s ja doch einiges zu beachten, da hätte ich bitte mal gern einen Espresso zum Probieren. Kaum bestellt, schon wird gemahlen. Einen Schluck später kann ich mit gutem Gewissen behaupten: Auf keinen Fall bitter.
San Giusto Kaffee zubereitet mit viel Liebe
© Sabine Ertl / ...eindeutig mit Liebe gemacht
Seit 35 Jahren röstet Helmut seinen Kaffee bereits selbst, für die Wartung der Maschinen und im Kundendienst hilft sein Sohn Christian fleißig mit. Wie so oft kommt es auch beim Rösten auf die Zeit an. Denn Helmuts Bohnen werden bis zu 20 Minuten lang schonend geröstet, in der Industrie nimmt man sich lediglich maximal drei Minuten Zeit dafür. Dabei verrät er auch: „Eigentlich riecht Kaffee rösten wie Brot backen, erst beim Mahlen steigt einem der typische Kaffeegeruch in die Nase." sangiusto.at

Fischgenuss am Weissensee

Nicht geröstet, dafür geräuchert, so lautet das Motto von Martin Müller am Weissensee. Vor zehn Jahren hat er hier die Marke Weissenseefisch aus dem See „geangelt“ und begeistert seitdem mit verschiedensten Fisch-Kreationen seine Gäste.
„Wir haben hier Seeforelle, Saibling und Lachsforelle, gebeizt, kaltgeräuchert, heißgeräuchert sowie als Tartare“, erklärt Martin, als er uns eine schmackhafte Fischplatte unter die Nase hält.
Dazu ein Glas Weißwein und einem genussvollem Nachmittag steht nichts mehr im Wege. Dabei erzählt Martin warum er macht, was er macht und woher die Leidenschaft dafür kommt.

„Eigentlich hätte ich Hochbauingenieur werden sollen, das hat mich aber überhaupt nicht interessiert, der Zahlstab flog gleich mal im hohen Bogen durch die Luft. Am Millstätter See machte ich dann die Lehre zum Fischereifacharbeiter, daraufhin folgte das Studium in Wien.“ Und nun, in Zusammenarbeit mit der Agrargemeinschaft, kümmere ich mich um die Fischerei am Weissensee.“
Schmackhafte Fischplatte am Weissensee
© Sabine Ertl / Martin Müller mit seinen edlen Fischkreationen
Dabei kommen etwa 10 Prozent der Fischprodukte aus dem Weissensee, der Rest stammt aufgrund der großen Nachfrage aus der Zucht. Und dennoch: „Im Sommer lege ich bis zu drei Mal in der Woche meine Netze im See aus.“ 20 Meter tief ragen diese dann in den See, auf einer Länge von bis zu 300 Metern. Denn das Netzfischen ist seine große Leidenschaft:
„Wenn man frühmorgens auf den See rausfährt, die Ruhe genießt, dieses Gefühl ist einzigartig. Außerdem weiß man nie, was einen erwartet, wenn man die Netze einholt, das macht die Arbeit für mich so abwechslungsreich.“
Blick vom Ufer auf den Weissensee
© Sabine Ertl / Arbeitsplatz mit Aussicht
Ja, bei dem einzigartigen Ausblick auf den See, den Martin dabei jeden Tag hat, kann ich diese Leidenschaft gut nachvollziehen.

Generell kann man jedem Einzelnen der erwähnten Kulinarik-Botschafter dieses bestimmte „Brennen für die Sache“ an den Augen ablesen und das macht einen Besuch hier meiner Meinung nach so besonders wertvoll. Und natürlich genussvoll.
Am Weissensee kommen Gäste beim „Weissenseer Frühstücksfloß" voll auf ihre Kosten. Gastronomen aus der Region kredenzen auf der „Kreuzfahrt" heimische Köstlichkeiten – der etwas andere Tagesbeginn am See. Ende Juni bis Ende August, jeden zweiten Donnerstag. Abfahrt um 8.30 Uhr bei der Brücke in Techendorf. Preis: Erwachsene € 25,- Kind € 15,- (bis inkl. 14 Jahre). Anmeldung bis zum Vortag um 16 Uhr in der Weissensee Information Tel. 04713/2220. Begrenzte Teilnehmeranzahl (bei Schlechtwetter abgesagt). Fahrten: Donnerstag, 29. Juni 2017; Donnerstag, 13. Juli 2017; Donnerstag, 27. Juli 2017; Donnerstag, 10. August 2017; Donnerstag, 24. August 2017; Freitag, 01. September 2017

Bilder und Text: Sabine Ertl / 04. Mai 2015

Autorenvorstellung: Sabine Ertl

Ich bin selbstständig mit meiner Werbeagentur Gedankenschmiede ... weil ... ich meinen kreativen Gedanken gerne freien Lauf lasse. Mit Wandern, Laufen, Reiten, Bergsteigen, Reisen und neue Wege entdecken verbringe ich meine Freizeit.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich die einzigartige Vielfalt verpackt in einer unvergleichbaren, bestechenden Schönheit. Das fasziniert mich an Kärnten am meisten: Der Süden spielt wirklich alle Stücke, man muss sich lediglich darauf einlassen. Ich für meinen Teil erlebe das jeden Tag aufs Neue – und das macht Kärnten für mich nun mal so einzigartig lebenswert.

 

Lieblingszitat: ... alle sagten: „Das geht nicht.“ Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht.

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